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Autor: Martina Keck
Artikel vom 09.05.2019

Den Linien entlang zum Empfang des Klinikums – auch mit Blindenstock

Blindenleitsystem Klinikum Schorndorf. Foto: Markus Metzger
Blindenleitsystem Klinikum Schorndorf. Foto: Markus Metzger

Sehbehindertengerechtes Leitsystem am Rems-Murr-Klinikum Schorndorf installiert / Winnenden zieht noch in diesem Jahr nach

Menschen mit Sehbehinderungen benötigen spürbare und kontrastreiche Hilfen, in Form von Rillenlinien oder Noppen, die ihnen den Weg zeigen. Damit sie sich nun auch selbständig zur ärztlichen Behandlung ins Klinikum Schorndorf begeben können, wurde dort kürzlich ein Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderungen eingebracht.

Bisher waren Menschen mit einer Sehbehinderung davon abhängig, eine Begleitung für den Weg ins Krankenhaus zu organisieren, sei es um dort nur jemanden zu besuchen, sich im Café des Krankenhauses mit jemand zu treffen, oder gar selbst zur Patientenaufnahme oder in die Notfallambulanz zu gehen. Nun können sie sich selbständig auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Ausschlaggebend hierfür waren zahlreiche Betroffene, die sich mit ihren Bitten an den Kreis-behindertenbeauftragten Roland Noller gewandt haben: Die Rems-Murr-Kliniken sollen auch für andere Personengruppen mit Behinderungen zugänglich und selbständig nutzbar sein.

Das neu installierte Leitsystem wurde in enger Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern, den „Grünen Damen und Herren“ entwickelt, und im Erdgeschoss eingebracht. Es führt zur Infotheke, zu den Aufzügen, den Toiletten und in die Patientenaufnahme beziehungsweise in die Notfallaufnahme. Um sicher auf eine der Stationen des Klinikums zu gelangen, können sich Menschen mit Sehbehinderungen an der Infotheke melden, um dann eine Begleitung auf die Stationen zu erhalten.

„Menschen mit und ohne Behinderung sollen in den Rems-Murr-Kliniken die wichtigsten Anlaufpunkte selbstständig finden und erreichen können“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Das Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung ist deshalb ein wichtiger Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung.“ Der Landkreis setzt sich dafür ein, Schritt für Schritt Barrieren abzubauen – im Klinikbereich, aber auch darüber hinaus, betont der Landrat: „Erst kürzlich haben wir ein Förderprogramm in Höhe von 600.000 Euro zur Ausstattung der Bushaltestellen mit optischen und akustischen Fahrgastinformationen auf den Weg gebracht. Damit können rund 200 Haltestellen im Rems-Murr-Kreis ausgestattet werden.“

Gerd Widmann vom Blinden- und Sehbehindertenverband, der selbst in Winnenden wohnt, beschäftigt dieses Thema schon seit dem Neubau des Klinikums in Winnenden: „Wir vom Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg haben schon im Vorfeld des Neubaus in Winnenden immer wieder Anstrengungen unternommen darauf hinzuwirken, dass die Kliniken und die Gesundheitszentren im Rems-Murr-Kreis auch für Menschen mit Sehbehinderungen nutzbar gemacht werden. Beim Behindertenbeauftragten des Rems-Murr-Kreises Roland Noller stießen wir dann auf offene Ohren und es kam Bewegung in die Angelegenheit.“

Gerd Widmann betont, dass auch Menschen mit Sehbehinderungen, wenn sie die Vorkehrungen zur Orientierung vorfinden, ohne weiteres selbständig am Leben der Gemeinschaft teilnehmen können. Das gilt für die barrierefreie Nutzung von Bus und Bahn, die Straßenquerungen und die barrierefreie Gestaltung von Internetseiten.

Das Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung verfügt über aufeinander abgestimmte Bestandteile, die eine einfache Orientierung ermöglichen. „Aufmerksamkeitsfelder, taktile Türschilder an den Toiletten, taktile Klingelschilder und kontrastreiche Glasflächenmarkierungen – das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten greift optimal ineinander und macht das Klinikum Schorndorf auch für seheingeschränkte Personen in den zentralen Bereichen barrierefrei“, so Dr. Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken. „Zentrale Punkte wie Infotheke, Aufzüge, Patientenaufnahme, Notfallpraxen, Toiletten und Gastronomie können jetzt selbstständig aufgesucht werden. Für eine moderne Klinik ist es unabdingbar, diese Eigenständigkeit Patienten und Besuchern zu bieten und wir sind stolz, dass wir diesen Schritt in Schorndorf erfolgreich umgesetzt haben.“

Bis zum Jahresende 2019 sollen auch das Klinikum in Winnenden ein Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderungen erhalten. Die Erfahrungen im Klinikum Schorndorf soll in das Konzept für die Winnender Klinikum einfließen.

Hintergrund:

Laut Landesbauordnung Baden-Württemberg zählen Krankenhäuser wie öffentliche Verwaltungen, Schulen und Kindergärten zu barrierefreien Anlagen und sind so herzustellen, dass sie von Menschen mit Behinderungen zweckentsprechend ohne fremde Hilfe genutzt werden können.

(keck/9.5.19)

 

 

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