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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 06.06.2019

Gegen das Insektensterben: Der Rems-Murr-Kreis blüht auf

Die Blühflächen entlang der B 29 bieten einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Foto: Landratsamt
Die Blühflächen entlang der B 29 bieten einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Foto: Landratsamt

Viele Hektar Blühflächen bieten dauerhaften Lebensraum für Insekten / Weitere Projekte fördern den Naturschutz  

Der weltweite Rückgang von Insekten ist auch im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Alle bestäubenden Insekten brauchen ein ausreichendes Angebot an Blüten und Pollen, um genug Nahrung zu finden. Dafür sind naturnahe Blühflächen mit heimischen Pflanzen notwendig. „Der Rems-Murr-Kreis hat einen bunten Strauß an Blühflächen-Projekten auf den Weg gebracht“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Schon 2017 haben wir in unserem Naturpark das Bienenjahr ausgerufen und sind aktiv geworden. Über dieses Projekt sind auch die Remstal Gartenschau und der Naturpark eng verbunden. Wir haben vieles vernetzt und interkommunal zusammengearbeitet. Wichtig ist mir, nicht nur bunte Blumenwiesen anzulegen. Wir schaffen einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Damit nehmen wir im Landkreis unsere Verantwortung wahr und leisten unseren Beitrag zur Stärkung der Biodiversität.“

Blühflächen-Projekte und weitere Maßnahmen zur Förderung des Naturschutzes:

  • Im Oktober 2018 hat der Landkreis an mehreren Anschlussstellen der B 29 große Blühflächen, Schmetterlingssäume und Wildbienenhabitate angelegt – insgesamt rund vier Hektar. Die Flächen sind an vier Anschlussstellen der Bundesstraße entstanden: Schorndorf-Ost, Schorndorf-West, Winterbach und Geradstetten. Weitere rund 2,5 Hektar Blühflächen sind geplant – ebenfalls an Anschlussstellen der Bundesstraßen.

  • Zusätzlich entstehen weitere artenreiche Blühflächen auf den Deponien der AWRM, im Bereich der Kreisschulen sowie der Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf.

  • Im Gartenschaujahr 2019 sind auch entlang der Rems zahlreiche Blühflächen entstanden: Wie ein Band ziehen sich die Flächen entlang des Remstal-Radwegs von Remseck bis nach Essingen. Die Remstal-Bienenroute ist ein Projekt des Vereins Bienformatik und des Bezirksimkervereins Waiblingen und wird finanziert von der Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen. Die Bienenroute umfasst rund 200 blühende Flächen, Felder, Wiesen und Gärten, die von den 16 Gartenschau-Kommunen und von Landwirten angelegt wurden. Das Landratsamt hat bei der Vermittlung von landwirtschaftlichen Flächen und bei der Information der beteiligten Landwirte und Kommunen unterstützt.

  • Der Erhalt und die Wiederherstellung von mageren Flachland-Mähwiesen ist Schwerpunkt bei der Umsetzung von Natura-2000-Managementplänen. Diese blütenreichen Grünlandbestände bieten der Insektenwelt sehr reichhaltige Lebensgrundlagen – allein im Welzheimer Wald sind über 100 Hektar entstanden.

  • Das Landratsamt berät Landwirte zur Anlage von Blühflächen, die durch Programme des Landes Baden-Württemberg und der EU gefördert werden. Im Rahmen des Förderprogrammes für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) werden Brachebegrünungen mit Blühmischungen gefördert – derzeit rund 135 Hektar im Rems-Murr-Kreis. Auch die Anlage von Blüh-, But- und Rückzugsflächen für Niederwild sowie von blühenden Ackerrandstreifen wird gefördert.

  • Die Kreisverwaltung unterstützt die Initiative „Baden-Württemberg blüht auf“ des Landesbauernverbandes und der Kreisbauernverbände. Landwirte bieten Blühpatenschaften für Jedermann an und tragen ihr bisheriges Engagement für Artenvielfalt in eine interaktive Blüh-Karte ein.

  • Das Landratsamt begleitet zahlreiche weitere Projekte, die dem Insektenschutz dienen: Jedes Jahr werden rund 200 Biotope nach ökologischen Kriterien gepflegt – vollkommen ohne Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Das kommt zahlreichen Insektenarten zugute. Bei einigen Flächen liegt der Fokus auf geschützten Schmetterlingsarten wie dem Großen Feuerfalter oder dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

  • Im Schmidener Feld kümmert sich ein Schutzprojekt unter Beteiligung des Landratsamts um den Erhalt der Rebhühner. Derzeit entstehen dort rund zehn Hektar Blühflächen. Diese Flächen dienen nicht nur den selten gewordenen Bodenbrütern als Rückzugsraum in der Feldflur. Sie sichern auch den Jungvögeln ein überlebenswichtiges Nahrungsvorkommen.

  • Anfang 2018 hat der Kreistag die Grundlage für einen Verzicht von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln in Einrichtungen des Kreises gelegt. Der Landkreis übernimmt hierdurch eine Vorbildfunktion, durch die Privatpersonen und Kommunen animiert werden sollen, ebenfalls Pflanzenschutzmittel bewusst einzusetzen – beziehungsweise dort, wo es möglich ist, vollständig auf solche zu verzichten. Das stärkt die Artenvielfalt im Landkreis.

Hintergrund:

Das Blühflächen-Projekt ist inspiriert vom Blühenden Naturpark: Der Rems-Murr-Kreis und der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald haben bereits 2017 gemeinsam mit dem Landesnaturschutzverband und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ein Blühflächen-Projekt angestoßen, an dem sich viele Naturpark-Kommunen beteiligen. Nach und nach werden in den Städten und Gemeinden blütenreiche und naturnahe öffentliche Grünflächen gestaltet. In einem Bauhoftraining werden die Mitarbeiter der örtlichen Bauhöfe in der Anlage und Pflege von naturnahen Grünflächen geschult. Ein wichtiger Partner in Sachen Blühflächen und Naturschutzmaßnahmen ist auch der Landschaftserhaltungsverband (LEV), der Hand in Hand mit dem Landkreis zusammenarbeitet.

(ries/4.6.19)

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