Zahngesundheit
Ein strahlendes Kinderlachen liegt uns am Herzen. Gemeinsam mit unseren Partnern der gesetzlichen Krankenkassen und der Kreiszahnärzteschaft fördern wir die Zahngesundheit im Rems-Murr-Kreis. Mit unseren Gruppenprophylaxeprogrammen zur Förderung der Mundgesundheit bringen wir die Vorsorge und Aufklärung direkt dorthin, wo sie gebraucht wird: in die Kindergärten und Schulen im Kreis.
Alles Wissenswerte für die Zahngesundheit von Kindern:
1. Wann sollte der erste Zahnarztbesuch stattfinden?
- Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen vom 6. bis zum vollendeten 72. Lebensmonat sechs zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen (Z1-Z6). Die Ergebnisse werden - wie bei den U-Untersuchungen - im Gelben Heft dokumentiert.
- Ab 6 Jahren sollten Kinder 2x jährlich zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen.
2. Welche Auswirkungen haben Schnuller und Daumenlutschen?
- Damit sich der Kiefer richtig entwickeln kann, sollten ab dem Durchbruch der Schneidezähne weder Schnuller noch Daumen lange Zeit zwischen den Zähnen stecken. Dies beugt einem sogenannten „lutschoffenen Biss“ vor.
- Tipp: Nehmen Sie dem Kind den Schnuller nach dem Einschlafen vorsichtig aus dem Mund.
- Sollte Ihr Kind anfangen, am Daumen zu lutschen, ist es ratsam, ihm stattdessen einen Schnuller anzubieten. Dieser ist später deutlich einfacher abzugewöhnen als das Daumenlutschen. Fantasievolle Geschichten und Lob können dem Kind dabei helfen, den Schnuller leichter abzugeben.
3. Wie lange darf mein Kind den Schnuller benutzen?
4. Wie viel Zahnpasta wird benötigt?
- Eltern dosieren die Zahnpasta und putzen täglich nach.
- Ab Geburt bis zum ersten Zahn: täglich 1 Tablette mit Fluorid und Vitamin D.
- Ab Zahndurchbruch bis 12 Monate: 2x täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (1000 ppm) in Reiskorngröße und 1x tägl. Tablette Vitamin D ODER Zahnpasta ohne Fluorid und 1x täglich Tablette mit Fluorid und Vitamin D.
- Ab 12- 24 Monate: 2x täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (1000 ppm) in Reiskorngröße.
- Ab 2- 6 Jahre 2-3x täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (1000 ppm) in Erbsengröße.
- Ab 6 Jahren 2x täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (1450- 1500 ppm) in Erbsengröße.
5. Warum ist Fluorid so wichtig und wie wirkt es?
Fluorid schützt die Zähne durch direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche. Es repariert beginnende Karies, indem es Mineralien wieder in den Zahnschmelz einlagert. Es hemmt somit die Entkalkung der Zähne und stellt die Basisprophylaxe für die gesamte Familie dar. Tipp: Nutzen Sie im Haushalt jodiertes Speisesalz mit Fluorid zur Zubereitung aller Speisen.
6. Ist eine elektrische Zahnbürste empfehlenswert?
Ja, das Putzen geht mit einer elektrischen Zahnbürste oft leichter. Verwenden Sie ein Modell mit einem runden, oszillierenden Bürstenkopf. Putzen Sie damit Zahn für Zahn und verweilen Sie jeweils einige Sekunden auf jedem einzelnen Zahn. Selbst Kinder entfernen mit einer elektrischen Zahnbürste in der Regel mehr Zahnbelag als mit einer herkömmlichen Handzahnbürste
7. Wie putze ich die Zähne meines Kindes am besten?
- Putzen Sie die Zähne systematisch nach der bewährten KAI-Methode (Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen).
- Erst werden die Kauflächen gebürstet,
- dann die Außenflächen
- und zum Schluss die Innenflächen.
- Durch diese einfache Methode kommt kein Zahn zu kurz. Ihr Kind merkt sich so besser, welche Bereiche es im Mund putzen soll. Sobald alle Milchzähne durchgebrochen sind, sollte mindestens 2 Minuten geputzt werden.
8. Bis zu welchem Alter müssen Eltern nachputzen?
- Die richtige Zahnpflege muss trainiert werden und gelingt in der Regel erst im Schulalter fehlerfrei.
- Spätestens ab dem 3. Geburtstag sollte das Kind zum Üben mitputzen, da es durch die Nachahmung Ihrer Bewegungen lernt. Geben Sie dabei vorsichtig Hilfestellung.
- Kinder putzen anfangs meist nur die gut sichtbaren Frontzähne, später die Kauflächen und Außenflächen. Die Innenflächen beherrschen sie meist erst im Schulalter.
- Wichtig: gründliches Nachputzen durch die Eltern ist mindestens einmal täglich (am besten abends) bis ins Schulalter hinein erforderlich!
9. Wie motiviere ich mein Kind, wenn es mal nicht putzen möchte?
- Bleiben Sie geduldig am Ball, auch wenn es schwierige Phasen gibt. Lenken Sie Ihr Kind mit Geschichten, Liedern oder gutem Zusprechen ab.
- Plaquefärbetabletten (aus Apotheke oder Drogerie) machen Zahnbelag farblich sichtbar. Wenn Sie diese 1–2-mal pro Woche anwenden, können Sie Ihrem Kind zeigen, wo es noch gründlicher putzen muss.
- Eine Zahnputzuhr hilft Ihrem Kind spielerisch dabei, die empfohlenen 2 Minuten einzuhalten.
10. Wie kann ich beginnende Karies bei meinem Kind erkennen?
11. Was ist eine Fissurenversiegelung und wer trägt die Kosten?
- Am häufigsten entsteht Karies in den feinen Grübchen und Fissuren (Spalten) der Backenzähne. Bei einer Fissurenversiegelung werden diese gefährdeten Schwachstellen völlig schmerzfrei und ohne Bohren mit einem speziellen Kunststoff versiegelt. Dies bietet einen dauerhaften Schutz und schützt die Zähne jahrelang wirkungsvoll vor Karies.
- Die Kosten für die Versiegelung der bleibenden Backenzähne werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
12. Warum sind Nuckelflaschen und Quetschies ein Risiko für die Zähne?
- Fast alle Getränke verursachen beim Dauernuckeln Karies – besonders an den oberen Schneidezähnen. Das gilt ausdrücklich auch für Quetschies!
- Stellen Sie das Trinken möglichst früh auf einen normalen Trinkbecher um.
- Wenn eine Nuckelflasche genutzt wird, dann nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee befüllen.
- Fruchtsäfte, Fruchtsaftgetränke oder Limonaden eignen sich nicht als Durstlöscher. Fruchtsaftschorlen sollten nur selten und stark verdünnt angeboten werden.
13. Wo versteckt sich überall Zucker?
- Viele Lebensmittel und Getränke enthalten versteckten Zucker – beispielsweise Fertigsoßen, Fruchtjoghurt, Müsliriegel, Trockenfrüchte, Honig, Cornflakes, Chips oder Ketchup.
- Auch Babynahrung enthält oft versteckten Zucker (wie Honig oder Fruchtsaftkonzentrat), was ebenfalls Karies verursacht. Achten Sie beim Kauf daher stets genau auf die Zutatenliste.
14. Wie wirkt sich der Konsum von Zucker auf die Kinderzähne aus?
- Kinder essen täglich mehr als das Dreifache der empfohlenen Höchstmenge an Zucker. Häufiges Naschen zwischen den Hauptmahlzeiten und vor dem Schlafengehen ist sehr schädlich für die Zähne und sorgt für Karies. Zudem gewöhnt sich Ihr Kind dadurch schnell an den süßen Geschmack.
- Schränken Sie den Verzehr von Süßigkeiten, Zucker in Speisen und gesüßten Getränken ein.
- Geben Sie Ihrem Kind Süßigkeiten lieber direkt zu oder direkt nach den Hauptmahlzeiten anstatt über den Tag verteilt.

