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Autor: Martina Keck
Artikel vom 18.06.2019

Die Partnerlandkreise waren zu Gast bei der Remstal Gartenschau

Die Delegationen der Partnerlandkreise mach´ten sich in Schorndorf ein Bild von der Remstal Gartenschau. Foto: Landratsamt
Die Delegationen der Partnerlandkreise machten sich in Schorndorf ein Bild von der Remstal Gartenschau.
Gruppenbild der Delegationen aus Meißen und Dmitrow mit den Gastgebern vor dem Schorndorfer Rathaus. Foto: Landratsamt
Gruppenbild der Delegationen aus Meißen und Dmitrow mit den Gastgebern vor dem Schorndorfer Rathaus.

Der Landkreis Meißen (Sachsen) und der Rayon Dmitrow (Russland) waren im Rems-Murr-Kreis zu Gast: Besuch der Remstal Gartenschau und der Bundesgartenschau Heilbronn. Hier der Bericht unseres sächsischen Partnerkreises:

Station 1: Heilbronn

Es gibt kaum eine Stadt in Deutschland mit so viel Dynamik und Wirtschaftswachstum, wie an dem Ort, von wo aus einst Heinrich von Kleist sein sittsames Käthchen nach heißen Liebesträumen an den Hof des Grafen Wetter schickte. Doch wie das Käthchen musste auch Heilbronn bis zum „Happyend“ viel Leid ertragen. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Dieses Schicksal teilte Heilbronn durchaus selbstverschuldet mit vielen Städten in Deutschland. Doch wie auch in Dresden oder Köln gab es eine zweite Chance, die Heilbronn – einst der schönste Ort zwischen Paris und Prag – mit Fleiß und Kreativität zu nutzen wusste. In diesen Sommermonaten 2019 blüht die Stadt als Ort der Bundesgartenschau (BUGA) so richtig auf. Doch nicht nur Blumen, Bäume, Kräuter begleiten die Besucher entlang des Neckarufers, auch viel erzählte Geschichte, denn mit dem Gartenevent sind die letzten Spuren des Krieges endgültig verschwunden.

„Alles, was man übersieht, ist fruchtbar“, schrieb Goethe 1797, als er vom Wartberg auf Heilbronn schaute. So ähnlich fühlten auch die Gäste aus dem Landkreis Meißen, die gemeinsam mit den Kreisräten aus Rems-Murr die BUGA besuchten. Aus einer ehemalige Industriebrache wurde samt alter Hafenbecken eine Wohn- und Seenlandschaft, die architektonisch europaweit von sich reden macht.

Begleitet wurden die Sachsen und Württemberger vom ehemaligen stellvertretenden Heilbronner Stadtkämmerer Peter Schäfer, seit April  Dezernent in der Rems-Murr-Landkreisverwaltung. Er war natürlich der ideale „Guide“ beim Thema BUGA-Finanzen. Rund 280.000 Millionen Euro wurden auf rund 40 Hektar  BUGA-Gelände investiert. Entstanden sind vor allem eine hochwertige Wohnanlage mit 50 Prozent Eigentum und 50 Prozent Vermietung, mit Läden, Lokalen,  Dienstleistungs- und Freizeitadressen, einem Radweg entlang des Neckar sowie zwei künstlichen Seen.  Nicht autofrei, aber bestens in das städtische Nahverkehrsnetz integriert, so dass sich der Stadtverkehr durchaus reduzieren lässt. Heilbronn strotz förmlich vor Energie, setzt auf Zukunftsbranchen und Wissenschaft.

Mit der Experimenta ist das modernste Science Center der Bundesrepublik entstanden. Auf über 25 000 Quadratmeter Fläche öffnet sich eine Wissenschafts- und Erlebniswelt in vier Kreativstudios und neun Laboren, einer Sternwarte sowie dem Science Dome.   Auch ein Besuchermagnet vor allem für Schul– und Kindergartenkinder. „Schließlich hat Heilbronn die höchste Dichte an Weltmarktführern bundesweit, da kann zeitige Förderung nicht schaden“, sagt Peter Schäfer, selbst Vater von zwei kleinen Kindern.  Wer sich mit einem Startup-Unternehmen in die Zukunft wagt, findet in Heilbronn und Umgebung ebenfalls beste Voraussetzungen.  Die BUGA erzählt vom Fleiß, Mut und Erfindergeist der Schwaben, aber auch vom Wunsch nach einem guten Leben. Das Gartengelände als künftige Wohnanlage ist hierfür die beste Werbung.

Station 2: Remstal Gartenschau

Etwa eine Autostunde von Heilbronn entfernt gibt es die nächste Gartenadresse  für mehr als nur einen Sommer. Entlang des Remstales begleitet das Maskottchen Biene Remsi die Ausflügler auf immerhin 80 Kilometer Flusslandschaft von Remseck am Neckar bis Essingen. Jeder Ort präsentiert eine sich nicht wiederholende Vielfalt an? Attraktionen vom Sport über Kunst bis zu üppigen Blumenschauen in romantischen Schlossgewölben und blühenden Parkanlagen. Der Landrat unseres Partnerlandkreises Rems-Murr, Dr. Richard Sigel, informierte die Gäste aus Sachsen auch über die anfänglichen Konflikte: „Schwaben fragen bei Investitionen stets nach dem Mehrwert und der war bei einer Gartenschau mit drei Landkreisen sowie 16 Städten und Gemeinden nicht sofort für jeden Teilnehmer sichtbar. Die Argumente pro Gartenschau überzeugten schließlich die Skeptiker.  Schon die ersten Wochen haben gezeigt, dass dieses Projekt die Neuentdeckung der Heimat ist.“ Es sei bundesweit die erste Gartenschau dieser Dimension, auf der ein ganzer Landschaftsraum für 164 Tage in Szene gesetzt werde.    

Entdeckertouren entlang der Rems

Der neue RemstalWeg ist der Mittelpunkt dieser Premiere.  Der  rund 215 Kilometer lange Wanderweg ist die Zusammenführung des Remstal Höhenweges und des Remswanderweges. „Beide Strecken wurden zusammengelegt, überarbeitet, Wegabschnitte gekürzt oder umgeleitet“, so Richard Sigel. Ausgangspunkte sind Remseck am Neckar oder Fellbach, die Partnerstadt von Meißen. In zehn Tagesetappen  geht es auf Entdeckertour durch das Remstal. Ähnliches lässt sich auch auf dem 106 Kilometer langen Remstal-Radweg planen, der in Weinstadt-Endersbach beginnt und über Kernen und Fellbach bis Remseck führt. Genau diese Route, die der ADFC mit einem dicken Qualitätssiegel geadelt hat, wurde durch den Rems-Murr-Kreis begleitet – Wandern und Radfahren sind zwei wichtige Schwerpunkte der Landkreis-Beiträge zur Gartenschau.

Landrat Dr. Sigel erläuterte den Meißner Gästen die Planung: „Die Besucher erleben naturnahe Strecken, entlang von Sehenswürdigkeiten sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur. Wir haben viel Wert auf Sicherheit gelegt. Eine einheitliche Wegweisung – bei Ihnen heißt es Ausschilderung – erleichtert die Orientierung. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr war ein wichtiges Kriterium, denn mitunter planen Kurzausflügler nur eine Etappe.“ Überraschend für die Gäste vom Elberadweg waren die blauen Remswellen mit zugehöriger „Kilometrierung“, wie die Schwaben die Entfernung zum nächsten Ort nennen. Und was erwartet die Radler? 16 Kommunen werben um die Gästegunst mit perfekt sanierten Altstädten, Cafés, Besenwirtschaften im Weinland, Biergärten, Kneippgärten zum Entspannen. In diesem Sommer laden zudem unzählige Gartenschauprojekte ein.

Schorndorf: Der goldene Gottlieb Daimler

Der Landkreis Meißen unter Leitung von Landrat Arndt Steinbach besuchte Schorndorf, wo es zunächst einen goldenen Gottlieb Daimler gab. Der Sohn der Stadt, geboren am 17. März 1834 in einem Haus am Markt, begleitet die Gäste durch die Schorndorfer Gartenlandschaft. Das Flair – vergleichbar mit einer Landesgartenschau in Sachsen – sind blühende Gärten, Parkanlagen und ein Schlosskeller, wo wöchentlich neue Blumenarrangements der begabtesten Floristen die Gäste begeistern. Die Blumen werden jedoch im Herbst verblüht sein, dennoch hoffen die 16 Kommunen und drei Landkreise auf gute Erinnerungen an den Sommer 2019.

„Es sind viele beständige Projekte wie Rad- und Wanderwege, Kinderspielplätze, Ruhezonen, Wassersportmöglichkeiten entstanden“, so Landrat Sigel. Der Freizeit- und Erholungswert habe deutlich an Qualität wie Quantität zugelegt. Die Politik und der weltweit bekannte Rems-Murr-Mittelstand mit ganz ähnlichen  Sorgen wie sächsische Unternehmer, nämlich dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, hoffen mit der Marke „Remstal“ auch dringend benötigte Fachkräfte anzulocken. Dazu Dr. Richard Sigel: „Wir bieten die vielleicht besten Arbeitsplätze im Land Baden-Württemberg. Mit der Remstal Gartenschau 2019 verfolgen wir zwei Ziele: Werbung für den Tourismus und Werbung für den Zuzug beispielsweise junger Familien in eine Region, die eine sehr hohe Lebensqualität bietet.“ Davon können sich die Gäste bei Wanderungen, Radtouren, Kanufahrten entlang wie auf der Rems überzeugen.

Was es allerdings im Jahr nach der Gartenschau in dem Umfang wie 2019 nicht mehr geben wird, sind die unzähligen Veranstaltungen von der Rocknacht über Sinfoniekonzerte bis zu Erlebnistouren oder geführten Wanderungen. „Natürlich gibt es auch künftig Konzerte, Weintouren, Gewässerführungen“, erklärt der Landrat, „aber bestimmt nicht in dieser Dichte und Fülle“. Das Füllhorn ist noch bis zum 6. Oktober geöffnet. Wer Lust auf eine Reise an die Rems hat – mit oder ohne Rad, das lässt sich auch ausleihen – kann sich hier informieren.

Text: Landkreis Meißen

(keck/18.6.19)

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