Entdecken.
Genießen. Leben.
Der Landkreis zieht Bilanz zum Winterdienst: Intensive Wintersaison erfolgreich gemeistert
Beim Winterdienstvesper im Stützpunkt Schorndorf der Straßenmeisterei Weinstadt dankte der Landrat den Mitarbeitenden und Fremdunternehmern für ihren herausragenden Einsatz
Wie in den vergangenen Jahren kamen auch in diesem Frühjahr die Mitarbeitenden des Straßenbetriebsdienstes sowie die für den Winterdienst eingesetzten Fremdunternehmer zu einem gemeinsamen Vesper zusammen, um die Winterdienstsaison 2025/26 offiziell abzuschließen. Landrat Dr. Richard Sigel und Straßenbauamtsleiter Maximilian Zacharias nutzten die Gelegenheit, den Teilnehmenden – Betriebspersonal, Büromitarbeitende und Fremdunternehmer – persönlich für ihre verantwortungsvolle Arbeit zu danken.
„Hinter den Zahlen stehen Menschen – Menschen, die um drei Uhr morgens aufstehen, wenn andere schlafen. Menschen, die bei Glatteis, Schneetreiben und Dunkelheit unterwegs sind, im Dienst der Allgemeinheit", betonte Landrat Sigel. „Dieser Winter war einsatzintensiver als der Durchschnitt der vergangenen 14 Jahre. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mehr geleistet als üblich. Das verdient höchsten Respekt."
Rückblick: Frost-Tau-Wechsel und Rekord-Wintereinbruch forderten den Winterdienst
Diese Winterdienstsaison auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen war überdurchschnittlich intensiv. Häufige Frost-Tau-Wechsel, erhebliche Schneefälle und insbesondere der massive Wintereinbruch Ende Januar forderten die beiden Straßenmeistereien in Backnang und Weinstadt außergewöhnlich. Insgesamt leisteten die Mitarbeitenden und Fremdunternehmer rund 6.700 Einsatzstunden – etwa 10 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt.
Landrat Sigel würdigte ausdrücklich auch die Rolle der Winterdienstunternehmer: „Sie sind kein Zusatz – Sie sind ein integraler Bestandteil unseres Winterdienstes. Ohne Ihre Fahrzeuge und Ihre Bereitschaft, kurzfristig und flexibel einzuspringen, könnten wir die flächendeckende Verkehrssicherheit nicht gewährleisten."
Der Salzverbrauch spiegelt die Intensität der Saison besonders deutlich wider: Mit rund 4.930 Tonnen lag er über 50 Prozent höher als im milderen Vorjahr und auch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die Gesamtkosten für den Winterdienst belaufen sich auf etwa 1,68 Millionen Euro – trotz der deutlich höheren Einsatzintensität nur etwa 3 Prozent über dem Mehrjahresdurchschnitt. An den Kosten beteiligen sich neben dem Landkreis auch das Land Baden-Württemberg und der Bund.
Wintereinbruch im Januar: 600 Tonnen Salz in 20 Stunden
Besonders fordernd war das Schneeereignis am 25. und 26. Januar. Nach Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes fielen über Nacht rund 25 Zentimeter Schnee. Bereits am Sonntagabend kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und mehreren Unfällen. Innerhalb von nur 20 Stunden wurden rund 600 Tonnen Streusalz ausgebracht.
Über 7 Millionen Euro: Landkreis investiert kraftvoll in Straßeninfrastruktur
Der Rems-Murr-Kreis investiert im laufenden Jahr erheblich in seine Straßeninfrastruktur:
Neubau der Salzhalle in der Straßenmeisterei Backnang – rund 2,5 Millionen Euro: Seit dem 27. März laufen die Abrissarbeiten der rund 50 Jahre alten Salzhalle. Die Fertigstellung des Neubaus ist für November 2026 geplant – rechtzeitig für die nächste Wintersaison. Die neue Halle bietet Lagerkapazität für rund 800 Tonnen Streusalz. Herzstück ist eine moderne Soletechnikanlage mit zwei Zapfsäulen und einem erweiterbaren Soletank. Damit wird der Landkreis dem kontinuierlichen Umstieg auf Kombistreugeräte gerecht, die Trockensalz, Feuchtsalz und reine Sole ausbringen können – eine präzisere, wirtschaftlichere und umweltschonendere Streutechnik.
Fahrzeuge und Geräte – rund 800.000 Euro: Für beide Straßenmeistereien werden jeweils rund 400.000 Euro in neue Fahrzeuge und Geräte investiert.
Rutschungsbeseitigung: Für die Beseitigung von Rutschungsschäden an Kreisstraßen sind mehrere Millionen eingeplant. Die größte Maßnahme betrifft die K 1883 zwischen Oberndorf und Lutzenberg. Hinzu kommen die Maßnahmen an der K 1886 bei Walkersbach.
Blick nach vorn: Vielfältige Aufgaben, wachsender Bedarf an Fachkräften
Neben dem Winterdienst leisten die Straßenmeistereien an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ganzjährig einen unverzichtbaren Beitrag: von der Straßenunterhaltung und Schlaglochsanierung über Gehölzpflege und Entwässerung bis hin zur Grünpflege.
Damit diese Leistungen auch in Zukunft auf hohem Niveau erbracht werden können, bleibt die Nachwuchsgewinnung eine zentrale Aufgabe. „Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende wird immer intensiver. Umso mehr freut es uns, dass in diesem Jahr ein Auszubildender seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und aktuell vier weitere Straßenwärter ausgebildet werden", so Straßenbauamtsleiter Zacharias.
Zum Abschluss wünschte Landrat Sigel den Mitarbeitenden und Partnern eine erfolgreiche kommende Saison, Freude an ihrer Arbeit – und vor allem eine sichere Heimkehr nach jedem Einsatz.
(walter/20.04.26)