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Neue Schulleiterin der Klinikschule feierlich ins Amt eingesetzt
Landrat Dr. Sigel würdigt die kleinste Schule in Trägerschaft des Kreises und ihre große Bedeutung
Im feierlichen Rahmen des Andachtssaals im ZfP Klinikum Schloß Winnenden wurde Svenja Hupfeld offiziell als neue Schulleiterin der Klinikschule Rems-Murr in ihr Amt eingesetzt. Gäste aus Schule, Klinik, Verwaltung und Politik begleiteten den Festakt. Die neue Schulleiterin hat die Leitung der Klinikschule zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 übernommen und bringt umfangreiche Erfahrungen mit.
Svenja Hupfeld betont: „Für mich ist es ein Neubeginn. Mir ist wichtig, die Geschichte der Klinikschule fortzuschreiben und weiterzuentwickeln. Trotz sehr gut erarbeiteter Standards läuft die Arbeit der Klinikschule nicht standardisiert. Im Kern steht immer die Frage: Was braucht das Kind?“
Die Klinikschule Rems-Murr ist die kleinste Schule in Trägerschaft des Rems-Murr-Kreises – und zugleich für viele Familien eine der wichtigsten. An zwei Standorten – in der Kinder- und Jugendklinik des Rems-Murr-Klinikums Winnenden sowie in der Tagesklinik am ZfP Winnenden– werden durchschnittlich 26 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die aufgrund körperlicher oder psychischer Erkrankungen vorübergehend nicht am regulären Schulunterricht teilnehmen können. Der Unterricht findet individuell angepasst in Kleingruppen oder im Einzelunterricht statt.
Landrat Dr. Richard Sigel unterstrich in seiner Ansprache die besondere Rolle der Klinikschule: Für viele Familien ist die Klinikschule ein Anker in einer schwierigen Lebensphase. Kinder und Jugendliche bräuchten auch während eines längeren Klinikaufenthalts Struktur, Verlässlichkeit und eine Perspektive – damit sie so gut es geht einfach Kind sein dürfen. „Als Schulträger werden wir auch künftig ein verlässlicher Partner der Klinikschule sein – in der Ausstattung, in den Rahmenbedingungen und überall dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Denn auch das gehört dazu: hinschauen, ernst nehmen und gemeinsam Verantwortung übernehmen", so Dr. Sigel.
Psychische Belastungen bei jungen Menschen nehmen zu
Der Landrat verwies auf aktuelle Zahlen des Schulbarometers der Robert-Bosch-Stiftung: Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland fühlt sich überdurchschnittlich stark psychisch belastet – ein Wert, der erstmals seit der Pandemie wieder angestiegen ist. Leistungsdruck, digitale Einflüsse und Mobbing stellten junge Menschen vor immer größere Herausforderungen. „Psychische Erkrankungen und Belastungen von Kindern und Jugendlichen gehören gesehen, ernst genommen und raus aus der Tabuzone", so Dr. Sigel.
Multiprofessionelle Zusammenarbeit als Schlüssel
Was die Klinikschule besonders auszeichnet, ist die enge tägliche Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen: Lehrkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflege- und Erziehungsdienst arbeiten Hand in Hand, um Lernen im klinischen Umfeld zu ermöglichen.
Sabine Hagenmüller-Gehring, Leiterin Staatliches Schulamt Backnang, betonte: „Die Zusammensetzung der Schülerschaft kann vielfältiger kaum sein. Jede und jeder bringt ihr oder sein Paket mit, das im Unterricht Beachtung finden muss. Dazu kommt, dass die Kinder und Jugendlichen aus allen Schularten kommen und somit auch das Kollegium eine Vielfalt bietet, die es sonst kaum irgendwo gibt.“
Professor Ralf Rauch, Chefarzt der Fachklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Rems-Murr-Klinikum Winnenden: "Unsere Patientinnen und Patienten in der Kinder- und Jugendpsychosomatik verbringen durchschnittlich 100 Tage bei uns in der Klinik. Für sie und auch für andere Kinder und Jugendliche ist die Klinikschule des Landkreises ein unverzichtbarer Bestandteil der Therapie, denn sie leistet weit mehr als nur Wissensvermittlung. Die Klinikschule setzt einen Rahmen der Stabilität und der Normalität während des Aufenthaltes, und sie ebnet den Übergang zurück in die Heimatschule oder eine eventuell besser geeignete Schulform danach."
Dr. Marianne Klein, Leitende Ärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Winnenden und Ärztliche Direktorin des ZfP Winnenden, sagte: „Trotz Krankheit bleibt Lernen wichtig: Oft funktioniert für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche der Lernort Schule nicht mehr. Schule ist für uns ein wichtiger Therapiebaustein und Teil des multiprofessionellen Teams. In der Kinder- und Jugend-Psychiatrie geht der Trend zur ambulanten Versorgung. Kindern schon, wenn sie ambulant behandelt werden, die Expertise einer Klinikschule zu eröffnen - das ist eine Vision der Kinder- und Jugend-Psychiatrie“, so Klein und sprach dabei für die Tagesklinik Winnenden, einer Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg.
Hintergrund: Die Klinikschule Rems-Murr
Die Klinikschule Rems-Murr ist eine öffentliche Schule in Trägerschaft des Rems-Murr-Kreises. Sie ermöglicht schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, die sich in stationärer oder teilstationärer Behandlung befinden, die Fortsetzung ihres Unterrichts. Ziel ist es, den Anschluss an die Heimatschule zu sichern und den jungen Patientinnen und Patienten Stabilität und Perspektive zu geben.
(keck/16.04.2026)
