Entdecken.
Genießen. Leben.
Direktbus 245A verlängert - Landrat fordert finanzielle Beteiligung des Verbands Region Stuttgart
Umwelt- und Verkehrsausschuss stimmt Fortführung der Direktbuslinie 245A für ein weiteres Schuljahr zu – Parallelverkehre zur S-Bahn sichern vorübergehend verlässliche Schülerbeförderung
Am Montag, 9. März 2026, hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Rems-Murr-Kreises die Fortführung der direkten Schulverbindung der Buslinie 245 A (vormals 217 A) zwischen Remshalden-Hebsack, Winterbach und Schorndorf zum Schulzentrum Grauhalde beschlossen. Grund für die vorgeschlagene Fortführung um ein weiteres Schuljahr bis zum 31. Juli 2027 sind die weiterhin bestehenden massiven Einschränkungen auf der Schiene im Regional- und im S-Bahn-Verkehr.
Linie 245 A als direkte Schulverbindung verläuft parallel zur S-Bahn:
Die Linie 245 A verläuft parallel zur S-Bahn. Aufgrund von Haushaltskonsolidierung und Einsparzielen im ÖPNV war die Streichung von solchen Parallelverkehren vorgesehen. Angesichts anhaltender Ausfälle, und Verspätungen bei der S-Bahn wurde die Streichung jedoch für das Schuljahr 2025/2026 zurückgenommen und mit den Anliegerkommunen ein Kompromiss gefunden.
Bislang gemeinsame Finanzierung durch Kreis und Kommunen:
Der Landkreis übernimmt seither 50 Prozent der Kosten. Die übrigen 50 Prozent werden durch Remshalden, Winterbach und Schorndorf getragen. Die jährlichen Gesamtkosten für die Direktverbindung morgens um 6:57 Uhr liegen voraussichtlich bei rund 47.550 Euro. Der Anteil des Landkreises beträgt damit etwa 23.800 Euro. Der Landkreis ist im Sinne eines zuverlässigen ÖPNV bereit, die Mitfinanzierung, um ein weiteres Jahr zu verlängern, so das klare Votum des Umwelt- und Verkehrsausschusses.
„Für viele Familien geht es morgens nicht um Komfort, sondern darum, dass die Kinder pünktlich und sicher in der Schule ankommen. Weil die S-Bahn für diesen Schulweg derzeit aufgrund der Baumaßnahmen rund um den digitalen Knoten Stuttgart zu oft nicht verlässlich ist, war es uns wichtig, gemeinsam mit Remshalden, Winterbach und Schorndorf eine pragmatische, gute Übergangslösung zu finden. Die Fortführung der 245 A im Schuljahr 2026/2027 gibt den Schülerinnen und Schülern zunächst weiterhin Planungssicherheit – dauerhaft kann der Landkreis die Probleme und Defizite der S-Bahn aber nicht auffangen. Deshalb erwarten wir, dass sich der Verband Region Stuttgart an den Kosten beteiligt“, macht Landrat Richard Sigel deutlich.
Landkreis fordert Beteiligung des Verbands Region Stuttgart:
„Es kann nicht sein, dass seit Jahren die Zuverlässigkeit der S-Bahn sinkt, während die Verkehrshaushalts-Rücklage des Verbandes steigt, inzwischen auf über 150 Millionen Euro. Eine Mitfinanzierung des Verbands an Parallelverkehren wäre auch ein Signal des Verbands, dass der seit Jahren tägliche Frust und die Wut der Fahrgäste auf den Strecken Waiblingen – Stuttgart sowie Backnang - Stuttgart ernst genommen wird. Bei derart großen und wohl noch auf Jahre andauernden Problemen im Schienennetz muss der Verband zusätzliche Mittel bereitstellen, damit auf Missstände schnell und unkonventionell reagiert werden kann. Die Verkehrsumlage, die wir als Landkreis jährlich leisten, ist eine gute Investition in den ÖPNV und wird nicht in Frage gestellt. Es muss aber dann sichergestellt sein, dass S-Bahnen verlässlich fahren oder ein funktionierender Schienenersatzverkehr organisiert wird. In Zeiten, in denen die kommunale Ebene aber um die Genehmigungsfähigkeit ihrer Haushalte ringt und alle Rücklagen aufgebraucht hat, entsteht sonst eine Schieflage“, so der Landrat.
(kübler/9.3.26)