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Startschuss für die Hochhaus-Sanierung am Alten Postplatz
Landkreis setzt letzten großen Baustein der Gesamtimmobilienkonzeption um – Verwaltung wird moderner, effizienter und klimafreundlicher
Im Rahmen der Gesamtimmobilienkonzeption des Landkreises sind schon drei große Etappenziele erfolgreich geschafft: 2023 wurde das neue Verwaltungsgebäude in der Rötestraße in Waiblingen in Betrieb genommen. 2024 wurde die Sanierung des Sitzungssaals samt zahlreicher multifunktionaler Besprechungsräume fertiggestellt. Seit Sommer 2025 ist der Erweiterungsbau der Kreisverwaltung am Alten Postplatz 18 auf dem ehemaligen Parkdeck – ohne zusätzliche Flächenversiegelung – bezogen. Nun folgt als weiterer Baustein im Rahmen der Gesamtimmobilienkonzeption die Kernsanierung des aus den 1950er Jahren stammenden Altbaus am Alten Postplatz 10.
Hochhaussanierung: Reduzierung des Energieverbrauchs und Beitrag zur Ressourcenschonung
Das Hochhaus befindet sich im Wesentlichen noch im Ursprungszustand von 1957. Um dem heutigen Standard, sowohl energetisch, brandschutztechnisch, als auch arbeitsschutzrechtlich zu entsprechen, ist hier eine umfangreiche Kernsanierung notwendig. Allein durch die thermische Sanierung sowie die Dämmung der Fassade kann der Energieverbrauch jährlich um 30.000 kWh reduziert werden. Oder in anderen Worten formuliert, spart man damit in etwa den Jahresstromverbrauch von rund 8 Familienhaushalten. Die Sanierung ist also ein weiterer und wichtiger Schritt für die Zielerreichung einer klimaneutralen Landkreisverwaltung bis 2030. Allein auf die energetische Sanierung entfallen 35 Prozent der Baukosten.
Mit der bewussten Entscheidung gegen einen Abriss und zur Weiternutzung der vorhandenen Bausubstanz leistet die Kreisverwaltung einen deutlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Bewahrung der im Bestand gebundenen grauen Energie für kommende Projekte.
Investition in das Landratsamt der Zukunft:
Die bereits beschlossenen Baukosten in Höhe von 23,3 Mio. Euro können nach den aktuellen Kostenberechnungen und durchgeführten Vergaben gehalten werden. Eine weitere erfreuliche Entwicklung hat sich bei der Förderung des Vorhabens ergeben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) wird die Sanierung nicht nur mit dem der Kalkulation bereits zugrundeliegenden Zuschuss in Höhe von 600.000 Euro berücksichtigen, sondern hat hierfür einen Zuschuss über 1,8 Mio. Euro gewährt.
„Die bevorstehende Sanierung des Hochhauses ist der vorerst letzte große Baustein unserer Gesamtimmobilienkonzeption den wir anpacken. Dass sich der Kreistag trotz angespannter Haushaltslage dafür entschieden hat, war absolut notwendig. Es ist eine zukunftsweisende Investition, die sich auszahlen wird, auch für die Bürgerschaft.“ sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Die Sanierung erfolgt im Bestand und erfordert keine zusätzliche Flächenversiegelung, im Gegenteil, die Aufenthaltsbereiche rund um die Bushaltestelle am Alten Postplatz werden für die Bürgerschaft ebenfalls aufgewertet. Das Gebäude selbst ist ein weiterer Schritt zu einem Landratsamt der Zukunft, das modern, digital und effizient aufgestellt ist. Dank guter Vorbereitung rechnen wir bei diesem Projekt aktuell auch nicht mit Überraschungen, sondern sogar mit einer Unterschreitung des gesetzten Kostenrahmens. Dennoch wird es mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der kommunalen Haushalte das vorerst letzte Großprojekt sein. Der letzte Baustein der Gesamtimmobilienkonzeption, die Sanierung der Pagode am Alten Postplatz, wurde mit Blick auf die finanzielle Situation des Landkreises vorerst zurückgestellt“, so der Landrat.
Sanierungsmaßnahmen, New Work und Drei-Zonen-Modell:
Folgende Maßnahmen stehen konkret im Fokus der Sanierung: die energetische Sanierung der Fassade und Fenster, die Installation einer Photovoltaikanlage, die Brandschutzsanierung, die Sanierung der
Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen sowie die Installation von raumlufttechnischen Anlagen. Außerdem wird die durchgängige Barrierefreiheit im Gebäude durch einen Aufzug hergestellt. Denn bisher war der 6. Stock und damit der Besprechungsraum nur über eine Treppe angebunden. Nach der Kranaufstellung Anfang Oktober starten geschossweise die Abbruch- und Rohbauarbeiten Diese Arbeiten werden bis Mitte April 2026 andauern.
Auch im künftigen Hochhaus wird das Drei-Zonen-Modell und die bereits in der Rötestraße und im Erweiterungsbau etablierten neuen Arbeitswelten umgesetzt. Durch eine Neuordnung der Arbeitsplätze im Zuge der Sanierung können rund 60 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Statt derzeit 120 Arbeitsplätzen sind dann über 180 Arbeitsplätze sowie diverse Besprechungs- und Beratungsräume im Hochhaus geplant. Im Herbst findet erneut eine Immobilienwerkstatt mit Verwaltungen aus ganz Deutschland im Kreishaus in Waiblingen statt, nachdem das Landratsamt zum Thema „New Work und Moderne Verwaltung“ schon im letzten Jahr hierzu als Impulsgeber und innovative Verwaltung Gastgeber war.
Praktische Informationen für den Zugang und die Wegeführung während der aktuellen Baumaßnahmen:
Neue Tiefgarage am Alten Postplatz 18:
Grundsätzlich kann die neue Tiefgarage am Alten Postplatz 18 von Besucherinnen und Besuchern des Landratsamts genutzt werden. Aktuell kommt es jedoch zu kurzfristigen Einschränkungen: Von Freitag, 26.09.2025 bis Sonntag, 28.09.2025 kann die Tiefgarage aufgrund von technischen Arbeiten und der Anbringung eines Rolltors nicht genutzt werden.
Wegeführung und Zugang für Fußgänger:
Fußgänger erreichen das Kreishaus am Alten Postplatz 10 über die Mayenner Str. oder die Fußgängerampel vor dem Sitzungssaal. Die Fußgängerampel beim Sitzungssaal bleibt während der gesamten Maßnahme in Betrieb, auch der Zugang zur Bushaltestelle bleibt ebenfalls weiterhin möglich. Der Briefkasten am Haupteingang des Pagodengebäudes wird den Bürgerinnen und Bürgern wie gehabt auch während der Baumaßnahmen zur Verfügung stehen. Um zum Erweiterungsbau am Alten Postplatz 18 zu Fuß zu gelangen, muss die Fußgängerampel an der Villa Roller genutzt werden.
Hintergründe und Erfolge der Gesamtimmobilienkonzeption:
Auslöser für die Entwicklung eines neuen wirtschaftlichen und klimafreundlichen Immobilienkonzepts waren der hohe Sanierungsstau – insbesondere an den Gebäuden am Alten Postplatz – sowie die über elf Verwaltungsstandorte allein in Waiblingen. Ziel ist es, die Verwaltung langfristig auf wenige zentrale, moderne und nachhaltige Standorte zu konzentrieren.
Ein Schwerpunkt liegt auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Der Erweiterungsbau am Alten Postplatz 18 wurde in Holz-Hybridbauweise mit recyceltem Beton errichtet, verfügt über großflächige Photovoltaikanlagen, ist an die Fernwärme angeschlossen und nutzt ein Regenwassermanagement. Damit arbeitet das Gebäude klimaneutral nach den Kriterien des Gebäudeenergiegesetzes. Ergänzend setzt das Landratsamt auf ein Mobilitätskonzept, das Anreize für eine umweltfreundliche Anfahrt der Mitarbeitenden schafft.
Ebenso wichtig sind moderne Arbeitswelten: Mit dem „Drei-Zonen-Konzept“ wurden neue Strukturen für öffentliche Servicestellen, Beratungsbereiche sowie sichere Arbeitsplätze etabliert. Flexible Arbeitsplatzmodelle haben sich in der Praxis bewährt und schaffen ein attraktives Arbeitsumfeld.
Bereits umgesetzt wurden zahlreiche Umzüge und Zusammenführungen: Im Erweiterungsbau sind große Teile der Bereiche Jugend und Soziales sowie die Stabsstellen des Landrats eingezogen. Das Baurechtsamt und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz nutzen inzwischen den Alten Postplatz 10. In der Rötestraße sind weitere Einheiten des Technischen Landratsamts untergebracht. Außerdem befinden sich die Wirtschaftsförderung, der Tourismusbereich sowie das Rechnungsprüfungsamt seit Sommer in der Bahnhofsstraße 1.
(kübler/25.09.25)