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Aktuelles zur Wasserstoffstrategie des Rems-Murr-Kreises
Der Rems-Murr-Kreis setzt auf (grünen) Wasserstoff: Der Kreistag hat sich 2020 klar für die Förderung und finanzielle Unterstützung dieser Zukunftstechnologie ausgesprochen. Die Wasserstoffstrategie beruhte ursprünglich auf drei Säulen, inzwischen haben sich weitere Themenfelder ergeben, die sinnvolle Ergänzungen darstellen:
1. Säule: Wasserstofftankstelle und -busse
Die neu gegründete Gesellschaft Hy.Waiblingen (bestehend aus Stadtwerken Waiblingen, der Firma GP Joule aus Reußenköge und der Hochschule Esslingen) baut in Waiblingen einen Elektrolyseur und eine Wasserstofftankstelle zur Produktion und Abgabe von grünem Wasserstoff auf. Der Betrieb der Wasserstofftankstelle wird nicht kostendeckend möglich sein. Der Kreistag und der Gemeinderat der Stadt Waiblingen haben beschlossen, dieses Defizit gemeinsam zu tragen.
Mit dem grün produzierten Wasserstoff können dann auch Busse betankt werden. Die Clean-Vehicles-Richtlinie der EU (CVD) verpflichtet die Aufgabenträger bei Neuvergaben einen Anteil an „sauberen“ und „emissionsfreien“ Bussen vorzusehen. „Sauber“ sind Busse, die alternative Kraftstoffe nutzen, zum Beispiel Strom, Wasserstoff, Erdgas, synthetische Kraftstoffe oder Biokraftstoffe. Mit der neuen Vergaberunde der Buslinienbündel wird den künftigen Linienbetreibern auch die Beschaffung und der Einsatz von Wasserstoffbussen vorgegeben, womit ein Einsatz ab dem 1. Juli 2025 in Waiblingen gewährleistet würde.
2. Säule: Lernwerkstatt Zukunftstechnologie an der Gewerblichen Schule Backnang (HyLab)
Ziel der Lernwerkstatt ist es, die jungen Menschen möglichst frühzeitig mit der Technologie vertraut zu machen. Die Wasserstofftechnologie soll in den verschiedenen Schularten in Unterrichtseinheiten zur alternativen Mobilitätskonzepten und erneuerbaren Energien eingebunden werden und durch Einrichtung einer Wasserstoffwerkstatt veranschaulicht werden. Diese Säule des Projekts kommt sehr gut voran. Die Grund-Finanzierung der Lernwerkstatt Zukunftstechnologie Wasserstoff und Brennstoffzelle wurde im Rahmen des Wirtschaftsplans der RMIM eingeplant. Bau und Inbetriebnahme sind für 2022 vorgesehen.
3. Säule: Anschaffung von Wasserstoffzügen für die Wieslauftalbahn
Bei der Wieslauftalbahn steht die Beschaffung von neuem Wagenmaterial auf der Agenda. Eine Untersuchung der Hochschule Esslingen hat ergeben, dass der Einsatz von Wasserstoffzügen in wirtschaftlicher Hinsicht angesichts der aktuellen Fahrzeug- und Förderkulisse teurer kommen würde, als der von batteriebetriebenen Fahrzeuge. Die Zweckverbandsversammlung favorisiert daher eine batterieelektrische Lösung. Die bisher dritte Säule der Wasserstoffstrategie würde damit wegfallen.
4. Weitere Säulen und Synergieeffekte der Wasserstoffstrategie
Wasserstoff-Fahrzeuge für die Straßenmeisterei
Der Einsatz von Wasserstoff-Nutzfahrzeugen in den Straßenmeistereien ist maßgeblich von der Wasserstoffverfügbarkeit abhängig. Da es aktuell nur in der Nähe der Straßenmeisterei Weinstadt, in Fellbach und voraussichtlich ab dem Jahr 2024 in Waiblingen, eine Wasserstofftankstelle gibt, kommt für den Einsatz von Wasserstoff-Nutzfahrzeugen lediglich dieser Standort in Frage. Eine konkrete Beschaffung wird derzeit geprüft.
Wasserstoffprojekt Hangweide der Kreisbaugruppe
2020 hat die Kreisbaugesellschaft gemeinsam mit der Gemeinde Kernen und der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH das rund 7,7 Hektar große Areal Hangweide in Kernen erworben. Dort soll ein urbanes, inklusives Modellquartier mit rund 600 Wohneinheiten entstehen, das innovative Wohn- und Mobilitätsformen unter dem Motto der Nachhaltigkeit vereint.
In Sachen Energieversorgung untersucht eine Machbarkeitsstudie verschiedene Technologien, u.a. das Thema grüner Wasserstoff, mit der Zielsetzung nahezu keine klimaschädlichen CO2-Emmssionen zu verursachen. Eine Verzahnung mit dem Projekt in Waiblingen wird geprüft, insbesondere die Nutzung des produzierten grünen Wasserstoffs für den ÖPNV wäre sinnvoll.
(graf/25.10.21)
