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Autor: Martina Keck
Artikel vom 26.11.2020

Trotz Corona: Die Rems-Murr-Kliniken sind mit beiden Standorten auf Kurs

 Visualisierung der Zentralen Patientenaufnahme in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf
Visualisierung: So soll die Zentrale Patientenaufnahme in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf einmal aussehen.

100. Aufsichtsratssitzung der Rems-Murr-Kliniken / Labormedizin und Lungenzentrum in Winnenden gestärkt / Erweiterte Notfallversorgung in Schorndorf


Winnenden/Schorndorf. Die Rems-Murr-Kliniken entwickeln sich auch in der Corona-Pandemie an beiden Standorten im Rahmen der Medizinkonzeption und der Campusentwicklung weiter: Die Mitglieder des Aufsichtsrates beschlossen in der 100. Aufsichtsratssitzung, die angesichts der Corona-Pandemie erstmalig virtuell stattfand, unter anderem in Winnenden den Ausbau des Lungenzentrums und die Stärkung der Labormedizin. Außerdem brachten sie die Modernisierung der Patientenaufnahme in Schorndorf auf den Weg und schafften die Voraussetzung für den Aufstieg der Notaufnahme Schorndorfs in die „Erweiterte Notaufnahme“.

„Wir sind bisher gut durch die Corona-Krise gekommen und verfolgen weiter vorausschauend den Ausbau unserer medizinischen Strukturen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Rems-Murr-Kliniken, Landrat Dr. Richard Sigel. „Die Corona-Pandemie wirft uns finanziell etwas zurück, aber sie bremst uns nicht in der Weiterentwicklung der Standorte und der Verbesserung der medizinischen Versorgung. Die digital durchgeführte 100. Aufsichtsratssitzung ist deswegen auch ein Grund, im Rückblick stolz zu sein auf das bisher Erreichte und zuversichtlich nach vorne zu schauen.“

„Wir trotzen Corona“, so Geschäftsführer Dr. Marc Nickel. „Wir sorgen auf der einen Seite für sichere Kliniken auch in Corona-Zeiten und kommen weiter unserem Versorgungsauftrag nach. Auf der anderen Seite arbeiten wir parallel daran, die Campusentwicklung voranzutreiben. Wir lassen uns von Corona nicht aufhalten. Mit der Besuchertestung ermöglichen wir sogar den sicheren Besuch von Freunden und Angehörigen bei Fällen, bei denen eine persönliche Begegnung so wichtig ist.“

Moderne Patientenaufnahme in der Klinik Schorndorf
Am Standort Schorndorf wurde der Förderantrag für den geplanten Neubau mit allen Funktionsbereichen bereits nach der letzten Aufsichtsratssitzung im September eingereicht und die bauplanungs-rechtlichen Voraussetzungen für die Genehmigung des Bauabschnittes 1 geschaffen. Parallel wurde die Ertüchtigung der Pflegestation 1 und der Zentrale Patientenaufnahme (ZPA) im Erdgeschoss beschlossen. Die ZPA wird mit einer modernen und offenen Architektur umgestaltet, so dass ein freundlicher und heller Empfangs- und Check-In-Bereich für die Patienten entsteht.

Herzkatheterlabor und MRT ermöglichen „Erweiterte Notaufnahme“
Mit einem eigenen Herzkatheterlabor wurde das Leistungsspektrum zur Behandlung von Herzerkrankungen an der Klinik Schorndorf deutlich ausgeweitet. Dank einer großzügigen Spende der Sparkassenstiftung für Gesundheit und Bildung der Kreissparkasse Waiblingen können zukünftig mit modernsten Geräten Erkrankungen des Herzens behandelt werden. Auch hier greift am Beispiel der Kardiologie die enge Verzahnung der Standorte Winnenden und Schorndorf. Sie ist ein Herzstück der Medizinkonzeption mit dem Ziel einer bestmöglichen medizinischen Versorgung der Menschen im Rems-Murr-Kreis. Darüber hinaus soll entsprechend dem Konzept zur Campusentwicklung ein eigenes Magnetresonanztomographiegerät (MRT) etabliert und in 2021 realisiert werden. Ein eigenes MRT am Standort Schorndorf soll die Klinik für die verschiedenen Krankheitsbilder der Fachrichtungen rund um die Uhr mit einer vollwertigen bildgebenden Diagnostik ausstatten. Damit wird die nächste Stufe der Notfallversorgung, die „Erweiterte Notfallversorgung“, für die Klinik Schorndorf umgesetzt, die eine 24-stündige Verfügbarkeit eines MRT vor Ort sowie ein Herzkatheterlabor vorschreibt. Die erweiterte Notfallversorgung sicherstellen zu können war und ist auch ein zentraler Beitrag für die Standortsicherung der Schorndorfer Klinik.

Ausbau des Lungenzentrum und der Labormedizin in Winnenden
Am Rems-Murr-Klinikum Winnenden werden die bereits erfolgreichen Sektionen Thoraxchirurgie und Pneumologie zu eigenen Hauptabteilungen ausgebaut. Das bisherige Lungenzentrum erfährt hierdurch eine stärkere Spezialisierung, sodass im Rems-Murr-Kreis Krebserkrankungen der Lunge oder obstruktive Lungenerkrankung (COPD) vor Ort noch besser behandelt werden können. Die Corona-Krise hat auch aufgezeigt, wie wichtig eigene leistungsfähige Laborkapazitäten sind, die ein möglichst breites Spektrum an Untersuchungen abdecken können. Der Verzicht auf eine umfassende Labormedizin beim Bau der Rems-Murr-Kliniken hat sich als Nachteil erwiesen. So war beispielsweise eine Auswertung von Corona-PCR-Tests in den Rems-Murr-Kliniken nicht möglich. Unter anderem deswegen wurde dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, die Labormedizin zu stärken. Das interne Labor der Rems-Murr-Kliniken soll am Standort Winnenden zentralisiert und am Standort Schorndorf ein 24-Stunden-Notfalllabor etabliert werden. Der Aufsichtsrat hat zudem einer Besetzung der Labormedizin mit einem Chefarzt zugestimmt, der die fachliche Leitung beider Standorte übernehmen, die Qualität sicherstellen und das Leistungsspektrum erhöhen soll. Diese Position wird der Labormedizin aus Kirchheim/Teck, Dr. Stefan Kath, einnehmen. Er ist derzeit noch Leitender Oberarzt und Facharzt für Labormedizin am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart.

Gewappnet für steigende Infektionszahlen
Auch in der zweiten Welle kommen die Rems-Murr-Kliniken weiterhin dem Versorgungsauftrag ihrer Patienten nach. Durch die Erfahrungen aus den ersten Monaten des Jahres 2020 und dank enger Zusammenarbeit mit dem Rems-Murr-Kreis wurden Prozesse und Instanzen etabliert, die weiterhin die medizinische Leistungsfähigkeit der Standorte gewährleisten. Umfangreiche Testungen mit Antigenschnelltests für Mitarbeiter, Patienten und Besucher verstärken die Infektionssicherheit. Mit dem Corona-Therapieteam kann darüber hinaus standortübergreifend flexibel auf unterschiedliche Infektionslagen reagiert werden. Die aktualisierte Besucherregelung unterstützt die Aktivitäten der Rems-Murr-Kliniken zur Reduzierung des Infektionsgeschehens. Um auch weiterhin Besuche von Patienten zu ermöglichen, wurden regelhafte Testungen von Besuchern etabliert.

Versorgungsauftrag weiterhin sichergestellt
Nach einer weitgehenden Normalisierung des Klinikbetriebs im Oktober müssen nun aufgrund der deutschlandweit steigenden Corona-Zahlen wieder vermehrt Isolationskapazitäten für COVID-19-Patienten vorgehalten werden. Die Auslastung der Rems-Murr-Kliniken liegt aktuell bei rund 70 Prozent. Die erhoffte dauerhafte Rückkehr in die „Normalität“ ist derzeit nicht gegeben. Gleichzeitig ist bisher nicht abzusehen, inwieweit die Bundesregierung die zu erwartenden Verluste von Kliniken hinreichend ausgleichen wird, da auch die Auswirkungen der zweiten Welle noch nicht vollständig einschätzbar sind. Dazu kommt, dass die Rems-Murr-Kliniken Mitte März 2020 durch den Bund aufgefordert wurden, sämtliche planbare OPs einzustellen und zu verschieben, damit freie Kapazitäten für Covid-19-Patienten vorgehalten werden können. Dieser wirtschaftliche Eingriff und seine Folgeauswirkungen wurde von der Bundespolitik bisher nicht vollständig ausgeglichen und spiegelt sich im Jahresvergleich in einer negativen Ergebnisabweichung von 1,8 Mio. Euro wider. Diese ungedeckten Kosten muss der Landkreis als Gesellschafter tragen. Damit und mit einem guten Krisenmanagement befinden sich die Rems-Murr-Kliniken in einer stabilen Lage.

Weitere Informationen zu den Rems-Murr-Kliniken gibt es auf den Internetseiten der Rems-Murr-Kliniken

Text und Foto: Rems-Murr-Kliniken

(keck/26.11.20)