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Autor: Martina Keck
Artikel vom 19.11.2020

Schnelltestzentrum: Jetzt mit mobiler Testeinheit für Pflegeheime

 Mobile Testeinheit
Beim Start der Mobilen Testeinheit des Schnelltestzentrums am Klinikum Winnenden (von links): DRK-Geschäftsführer Sven Knödler, Gerhard Holzwarth (Landratsamt), Timon Boeddinghaus (DRK), Sozialdezernentin Stefanie Böhm und Jörg Behrens, DRK. Foto: DRK

Landratsamt und DRK überbrücken, bis alle Einrichtungen selbst testen können / Kapazität bei Reihentests für Schulen und Kitas wird verdoppelt

Die Corona-Lage ist weiter angespannt und auch in den Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe mehren sich die Infektionsfälle. Auch die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstorbenen nimmt weiter zu.

Deshalb rückt vom Schnelltestzentrum des Gesundheitsamts seit 18. November auch eine Mobile Testeinheit aus. Jeweils ein Mitarbeiter des Landkreises und ein medizinisch ausgebildeter Mitarbeiter des DRK fahren in einem speziellen Fahrzeug Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe an und testen direkt vor Ort asymptomatische Mitarbeiter.

„Wir stehen seit Beginn der Pandemie mit den Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe im engen Kontakt und fragen regelmäßig die Bedarfe ab“, betont Sozialdezernentin Stefanie Böhm. „Aktuell haben wir rund 400 Personen auf unserer Liste, die einen Schnelltest benötigen. In einer ersten Runde bis Ende kommender Woche sollen acht Einrichtungen versorgt werden - darunter auch ambulante Dienste.“

Landrat Dr. Richard Sigel sagt: „Eine der zentralen Erkenntnisse aus der ersten Welle war, wie wichtig es ist, die Bewohner der Einrichtungen der Pflege und der Behindertenhilfe, sowie die Mitarbeiter dort vor Infektionen zu schützen. Deshalb unterstützen wir jetzt mit Corona-Schnelltests, ähnlich wie wir es in der ersten Welle der Pandemie teils bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung gemacht haben. Unser Einsatz soll als Überbrückung dienen, bis sich alle Einrichtungen auf die Vorgaben der neuen Testverordnung des Bundes vom 14. Oktober 2020 eingerichtet haben und selbst über genügend Material verfügen, um die Testungen selbst durchführen können“, betont Landrat Dr. Sigel. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, zu unterstützen und bestehende Lücken zu schließen. So haben wir bereits vergangene Woche der Diakonie Stetten mit 1000 Schnelltests ausgeholfen.“

„Unsere Ehrenamtlichen leisten bereits im Corona-Schnelltestzentrum einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der unmittelbaren Folgen der Pandemie. Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis in kurzer Zeit zusätzlich diese mobile Testeinheit etablieren konnten“, stellt Jörg Behrens fest, zuständiger Projektleiter beim DRK.

„Als Rotes Kreuz sind wir für die Menschen im Kreis da. Ziel ist es, mögliche Infektionen frühzeitig in den Einrichtungen zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern. Dadurch schützen wir nicht nur das Personal, sondern vor allem die Bewohner der Alten- und Pflegeheime“, erläutert DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler. Bereits am ersten Tag der Mobilen Testeinheit war bei der Reihentestung in einer Einrichtung eine Mitarbeiterin positiv getestet werden.

Wie arbeitet die Mobile Testeinheit?

Das Landratsamt übernimmt die Organisation der Touren. Die Rems-Murr-Kliniken stellen das Material und die EDV zur Verfügung. Technisches Equipment wie Laptop und Drucker sind an Bord, dazu die Antigen-Test-Kits, Schutzausrüstung und Desinfektionsmaterial. Getestet wird in einem adäquaten Testraum in der entsprechenden Einrichtung. Dort wird kurzfristig die technische und medizinische Infrastruktur geschaffen, um zügig und sicher Tests durchführen zu können.

Wie auch im Corona-Testzentrum am Klinikum Winnenden übernimmt ein Mitarbeiter des Landratsamtes die Registrierung und Dokumentation der Betroffenen. Die medizinisch ausgebildeten Mitarbeiter des DRK sind für die Durchführung der Tests verantwortlich, die sie in persönlicher Schutzausrüstung abnehmen. Nach jedem Test wird entsprechend der Hygiene-Standards desinfiziert. Innerhalb kürzester Zeit wird den Betroffenen das Testergebnis übermittelt.

Das Fahrzeug stellt der DRK-Ortsverein Winnenden zur Verfügung, der für die Koordination und die Erstellung der Dienstpläne zuständig ist und sich dabei auch aus dem großen Pool des medizinisch geschulten Personals des DRK-Kreisverbandes bedienen kann. Nach Beendigung der angemeldeten Testungen wird das Fahrzeug desinfiziert. Der Krankentransportwagen kommt gewöhnlich bei Sanitätsdiensten zum Einsatz. Corona-bedingt wird er derzeit kaum benötigt. Das Fahrzeug wurde entsprechend ertüchtigt.

Reihentest für Schulen und Kitas: Kapazität verdoppelt

Seit dem Start des Schnelltestzentrums für Schulen und Kitas am 9. November ist der Bedarf nach wie vor sehr hoch. Angesichts der vielen Fälle in Schulen und Kitas werden aktuell rund 200 Tests pro Tag benötigt. Deshalb hat der Rems-Murr-Kreis gemeinsam mit dem DRK die Kapazitäten verdoppelt: Während zu Beginn 96 Tests pro Tag gemacht werden konnten, so sind es ab Freitag, 20.11., 190 pro Tag. Dafür werden die Öffnungszeiten erweitert: Ab 20.11. sind diese von 7:30 bis 20 Uhr, auch samstags und sonntags. Außerdem wurde die Taktung erhöht: Inzwischen werden statt zehn Minuten nur noch sieben pro Test benötigt.

Durch die Reihentestungen werden die Arztpraxen und Labore entlastet. Außerdem können Verdachtsfälle in Schulen und Kitas deutlich schneller abgeklärt werden. Das führt dazu, dass Klassen seltener vorsorglich geschlossen werden.

Bitte beachten Sie: Reihentestungen werden stets über die jeweilige Einrichtung (Schule oder Kita) und das Gesundheitsamt organisiert. Dabei wird ein Online-Tool zur elektronischen Anmeldung eingesetzt. Einzelpersonen wenden sich zur Testung bitte nach wie vor an den Hausarzt oder eine Corona-Schwerpunktpraxis. Weitere Infos finden Sie hier.

(keck/19.11.20)