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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 24.09.2020

Nationaler Wasserstoffbeauftragter zu Besuch im Kreis

 „Mister Wasserstoff“ Dr. Stefan Kaufmann zu Besuch im Rems-Murr-Kreis
„Mister Wasserstoff“ Dr. Stefan Kaufmann zu Besuch im Rems-Murr-Kreis

„Mister Wasserstoff“ Dr. Stefan Kaufmann informiert sich über Wasserstoffstrategie und -projekte im Rems-Murr-Kreis

Der Innovationsbeauftragte der Bundesregierung für Grünen Wasserstoff, Dr. Stefan Kaufmann MdB, hat den Rems-Murr-Kreis besucht und sich über die Kreis-Wasserstoffstrategie informiert. Landrat Dr. Richard Sigel hat im Auftaktgespräch gemeinsam mit Waiblingens Oberbürgermeister Andreas Hesky und Dr. Isolde Fleuchaus, Schulleiterin der Gewerblichen Schule Backnang, die Wasserstoffprojekte vorgestellt, die im Rems-Murr-Kreis geplant sind.

Der Innovationsbeauftragte „Grüner Wasserstoff“ Dr. Stefan Kaufmann MdB betont: „Die Bundes­regierung hat sich mit der Nationalen Wasserstoffstrategie ehrgeizige Ziele gesteckt. Wir wollen Deutschland zur Wasserstoffrepublik und Innovationsführer bei Wasserstofftechnologien machen. Dafür brauchen wir unsere ganze Innovationskraft. Wenn wir der Welt zeigen, dass wir national eine Wasserstoffwirtschaft hinkriegen, können wir zum weltweit führenden Technologieausrüster werden. Regionale Projekte wie im Rems-Murr-Kreis tragen dazu bei, dafür die Grundlage zu legen. Allen, die vor Ort in den Projekten mitarbeiten, wünsche ich für ihre wichtige Arbeit viel Erfolg.“

„Ich freue mich, dass Dr. Kaufmann sich die Zeit genommen und über unsere innovativen Projekte informiert hat. Der Rems-Murr-Kreis setzt ganz klar auf Wasserstoff als Zukunftstechnologie. Das hat der Kreistag bereits im Juli mit einer Grundsatzentscheidung zur Förderung (grüner) Wasserstofftechnologie bekräftigt – in engem zeitlichen Zusammenhang mit der nationalen Wasserstoffstrategie, die am 10. Juni beschlossen wurde. Dr. Kaufmann als weitgereister Experte in Sachen Wasserstoff kann uns wertvolle Impulse für unsere Projekte geben – und vielleicht eröffnet uns sein Einfluss als Ansprechpartner Nr. 1 für die Wasserstofftechnologie in Deutschland sogar noch zusätzliche Fördermöglichkeiten“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel.

Die Kreis-Wasserstoffstrategie besteht aus drei Bausteinen:

1. HyPerformer-Förderung für eine Wasserstofftankstelle in Waiblingen sowie Wasserstoff-Linienbusse

Gemeinsam mit der Stadt Waiblingen hat sich der Landkreis erfolgreich am „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) des Bundes mit einem innovativen Konzept für grünen Wasserstoff, der im ÖPNV genutzt werden soll, beworben. Ende 2019 hat das Projekt eine Förderzusage in Höhe von rund fünf Millionen Euro im Rahmen des HyPerformer-Programms erhalten. Mit rund drei Millionen Euro dieser Fördermittel sollen eine regenerative Wasserstofferzeugungsanlage sowie eine Wasserstofftankstelle in Waiblingen errichtet werden. Mit dem restlichen rund zwei Millionen Euro sollen in Wasserstoffbusse investiert werden, die an der Tankstelle betankt werden können und die im Linienverkehr im Rems-Murr-Kreis unterwegs sein werden.

„Grüner Wasserstoff wird in Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen, um umweltfreundliche Energie zu erzeugen und Mobilität zu ermöglichen. Die Waiblinger Initialzündung wurde durch den Technologie- und Zukunftspark Hess gegeben“, so Oberbürgermeister Andres Hesky. „Ich freue mich, dass auf allen politischen Ebenen, besonders in Bund und Land, dem Wasserstoff eine hohe Bedeutung eingeräumt wird. Um Pionierarbeit zu leisten, brauchen wir auch deren Unterstützung. Nur gemeinsam kann es gelingen, diese Zukunftstechnologie in Deutschland, besonders in der Region Stuttgart, anzusiedeln und auszubauen, wie dies auch MdB Dr. Kaufmann bestätigte.“

2. Lernwerkstatt „Zukunftstechnologie Wasserstoff“ an der Gewerblichen Schule Backnang

Da die Wasserstofftechnologie nicht nur Fahrzeuge antreibt, sondern auch ganzheitliche Modelle der Energieversorgung bietet, ist es wichtig, Schüler möglichst frühzeitig mit der Technologie vertraut zu machen. Die Wasserstofftechnologie soll in den verschiedenen Schularten in Unterrichtseinheiten zu alternativen Mobilitätskonzepten und erneuerbaren Energien eingebunden werden und durch Einrichtung einer Lernwerkstatt „Zukunftstechnologie Wasserstoff und Brennstoffzelle“ veranschaulicht werden. Letztere wird derzeit mit dem Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ausgearbeitet.

„Durch Umwidmung und Neuordnung der zu den Fachbereichen Metall, Elektro und KFZ-Technik gehörenden Räume und bauliche Veränderungen soll Transparenz geschaffen und der Blick stärker auf die Gemeinsamkeiten und die Vernetzung der Fachbereiche über das Thema Energieflüsse gerichtet werden. Insbesondere soll Raum geschaffen werden, um im Rahmen einer Lernwerkstatt Zukunftstechnologie die Wasserstofftechnologie in all ihren Facetten als zentrale und zukunftsfähige Energieform in die Lernwelt der Schülerinnen und Schüler aber auch der Öffentlichkeit einzubeziehen“, so Schulleiterin Dr. Isolde Fleuchaus. „Nur wer technische Neuerungen denken und in ihrer Anwendung und dem theoretischen Diskurs verstehen kann, wird diesen auch offen begegnen.“

3. Wasserstoffbetriebene Wieslauftalbahn

Bei der Wieslauftalbahn zwischen Schorndorf und Rudersberg steht schon lange die Beschaffung von neuem Wagenmaterial auf der Agenda. Gemeinsam mit der Hochschule Esslingen untersucht der Zweckverband Wieslauftalbahn derzeit, ob eine Umstellung auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge möglich und sinnvoll ist. Besonders interessant wäre ein wasserstoffbetriebener „Wiesel“ dann, wenn er parallel zu dem Wasserstoffprojekt in Waiblingen umgesetzt würde. Mit dem dort gewonnenen grünen Wasserstoff könnten sowohl Busse als auch Bahnen im Landkreis angetrieben werden. Beide Projekte würden sich also verzahnen und Synergien entstehen.

(ries/25.9.20)