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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 15.01.2018

Ein Netzwerk, das Leben rettet, geht im Rems-Murr-Kreis an den Start

Ein Netzwerk, das Leben rettet, geht an den Start

Beim offiziellen Start des AED-Netzwerks Rems-Murr in der Integrierten Leitstelle in Waiblingen: (von links): Dr. Thomas Eul, Kardiologe und Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“, Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk, Hiltrud Nehls, Geschäftsführerin der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr, Landrat Dr. Richard Sigel, Dr. Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, Sven Knödler, Kreisgeschäftsführer des DRK Rems-Murr, und Prof. Dr. Andreas Jeron, Chefarzt der Kardiologie. Foto: Landratsamt
Die Partner des Projekts „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ und die beiden Schirmherren, Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk und Landrat Dr. Richard Sigel, beim offiziellen Start das AED-Netzwerks in der Integrierten Leitstelle in Waiblingen.

Karte mit Standorten von Defibrillatoren steht der Integrierten Leitstelle ab sofort zur Verfügung

Mit Beginn des neuen Jahres startet das AED-Netzwerk Rems-Murr den Echtbetrieb. AED steht für „Automatisierter externer Defibrillator“ – kurz: Defi. Das DRK Rems-Murr und die Partner des Projekts „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ haben in den vergangenen Monaten mithilfe der Bürgerinnen und Bürger die Standorte von Defis im Landkreis zusammengetragen. Ehrenamtliche Mitarbeiter des DRK haben die Geräte dann in eine Datenbank aufgenommen. Diese Daten stehen nun in einer Karte zusammengefasst der Integrierten Leitstelle zur Verfügung.

Bei einem gemeinsamen Pressetermin am Montag, 15. Januar, haben die Projektpartner und die beiden Schirmherren, Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk und Landrat Dr. Richard Sigel, das AED-Netzwerk in der Integrierten Leitstelle in Waiblingen feierlich eröffnet. Zu den Partnern zählen das DRK Rems-Murr e. V., die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr, die Deutsche Herzstiftung e. V., die Rems-Murr-Kliniken, die Sparkassenstiftung Waiblingen und die im Rems-Murr-Kreis tätigen Kardiologen des „Kardiovereins”.

Geht in der Leitstelle zukünftig der Notruf „Herz-Kreislauf-Stillstand oder Reanimation“ ein, kann ein Ersthelfer zu einem Defi geschickt werden, diesen holen und unter telefonischer Anleitung der Leitstellenmitarbeiter einsetzen. Oder ein Betreiber eines Defis (z. B. ein Apotheker, ein Hausarzt, ein Ersthelfer in einer Firma oder ein Ersthelfer des DRK) kann direkt von der Leitstelle zum Notfallort geschickt werden.

„Der Start des Defi-Netzwerks ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Gesundheitsvorsorge bei uns im Kreis und mir eine persönliche Herzensangelegenheit“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Ich freue mich besonders, dass so viele Ehrenamtliche an dem Projekt mitarbeiten und ihre kostbare Zeit opfern, um den Rems-Murr-Kreis noch lebenswerter zu machen.“

„Das neue AED-Netzwerk Rems-Murr ist ein weiterer Meilenstein beim Kampf gegen den Herzinfarkt“, findet auch Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk. „Die Datenbank mit Standorten von Defibrillatoren im Rems-Murr-Kreis hilft Leben retten. Mein Dank gilt nicht nur den Initiatoren und Unterstützern des Projekts, sondern auch den Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen, welche in die Beschaffung und Installation von AED-Geräten investiert haben.“

Hintergrund:

Der gemeinnützige Verein „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ wurde von Kardiologen des Landkreises zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege gegründet. Insbesondere möchte der Verein durch Aufklärung der Bevölkerung die Versorgung der Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen verbessern. Zusätzlich zum Aufbau des AED-Netzwerks organisiert der Verein Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Herzinfarkt. Bei diesen Veranstaltungen liefern Kardiologen alle wichtigen Informationen: die Symptome bei einem Herzinfarkt, die Risikofaktoren, präventive Maßnahmen und wie man einen Herz-Kreislaufstillstandes erkennt. Anschließend erklären Mitarbeiter des DRK die Verwendung von Defis und üben sie gemeinsam mit den Teilnehmern, um die Angst vor einem Einsatz der Geräte abzubauen.

Die Projektpartner erhoffen sich von dem neuen Netzwerk einen deutlich häufigeren Einsatz der Defis im Rems-Murr-Kreis als bisher: Im Jahr 2016 wurde bei insgesamt 479 Notarzteinsätzen zu Herz-Kreislaufstillständen nur in acht Fällen ein Defi vor Eintreffen des Rettungsdienstes verwendet, in nur fünf Fällen durch einen Ersthelfer. Dabei gilt: Nur Nicht-Handeln ist falsches Handeln. Wer handelt, rettet Leben. Das Projekt im Rems-Murr-Kreis ist in dieser Form bisher einmalig.

Mehr Informationen auf der Website des Vereins.

Am Ausbau des AED-Netzwerks wird noch fleißig gearbeitet: Bereits gemeldete Geräte werden noch geprüft, für die Meldung weiterer Standorte von Defis wären die Projektpartner sehr dankbar. Dazu am besten auf der Website des Vereins den Standort eintragen.

(ries/15.1.18)

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