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Autor: <Gelöschter Benutzer>
Artikel vom 11.11.2016

Mit einer guten Stadtplanung die Nachhaltigkeit im Blick

Mit einer guten Stadtplanung die Nachhaltigkeit im Blick

Die Exkursionsgruppe aus dem Rems-Murr-Kreis besucht einen privaten, aber offenen Gemeinschaftsgarten im Französischen Viertel in Tübingen. Die Hausdächer sind mit Solaranlagen bedeckt / Foto: Landratsamt

Es war nicht nur der goldene Herbsttag, der die 45 Exkursionsteilnehmer aus dem Rems-Murr-Kreis in Tübingen beeindruckte. Im Mittelpunkt des eintägigen Fachausflugs stand die ökologische Stadtentwicklung. Besonders das preisgekrönte Französische Viertel präsentierte sich dabei als idealer städtischer Wohnraum für Familien. Hinter dem Idyll stehen Fakten. Nachdem das französische Militär Anfang der 90er-Jahre abzog, begann die Sanierung und Neubebauung. Sogenannte Baugemeinschaften, also Zusammenschlüsse von Privatpersonen, konnten sich mit Hilfe von Architekten und Projektsteuerern auf die städtischen Grundstücke bewerben. Die Stadt legte Wert auf innovative Konzepte mit sozialer Vielfalt. Im Ergebnis durchziehen viele kleinere Geschäfts- und Gewerbeflächen sowie soziale Stätten wie Kindergärten, offene Gemeinschaftsgärten mit Spielplätzen, Gemeinschaftsräume und - Werkstätten oder Demenz-WGs die Wohnbebauung. Das Französische Viertel hat heute rund 2.400 Einwohner und 700 Betriebe auf rund zehn Hektar Fläche. Doch trotz der urbanen Dichte wirkt das Viertel offen und lebhaft.

Auffallend ist der niedrige Geräuschpegel. Zudem stehen fast keine Autos in den Straßen. Das Verkehrskonzept im Viertel ist ungewohnt. Die Bindung zwischen Haus und Stellplatz wurde entflochten. Stattdessen sind Fahrräder mit und ohne Anhänger omnipräsent. Alle zehn Minuten fährt ein Bus in die Innenstadt. Und wer doch mal ein Auto benötigt, der kann auf eines der zehn Carsharing-Fahrzeuge zurückgreifen. Für Privatfahrzeuge gibt es außerdem ein vollautomatisches, zentrales Parkhaus, das leider erneuert werden muss: Das personenfreie Parkhaus mit Autoaufzug und automatischer Beförderung der Fahrzeuge in den Geschossflächen ist in der Praxis noch zu fehleranfällig. Es wird deshalb wieder auf ein konventionelles Parkhaus umgestellt.

Das gesamte Viertel ist an die städtische Fernwärme mit Gas-Motoren und Kraft-Wärme-Kopplung angeschlossen. Solarthermische Anlagen und Photovoltaikmodule auf Dachflächen sind erlaubt. Neben Niedrig-Energiehäusern wurde bereits um die Jahrestausendwende im Viertel das erste Passivhaus mit Gewerbeeinheit in Baden-Württemberg gebaut, ausnahmsweise mit einer Holzheizung.

Dass auch die Städte und Gemeinden im Rems-Murr-Kreis vorbildlich zum Klimaschutz in der Stadtentwicklung beitragen, zeigten bereits die Beispiele der ersten Klimaschutz-Exkursion im Frühjahr 2016. In Winterbach wurden Grundstücke mit der Auflage verkauft, Häuser nach dem energiesparenden Passivhausstandard zu errichten. In Waiblingen-Bittenfeld entsteht gar ein CO2-neutrales Baugebiet mit intensiver Nutzung der Solarenergie. Eine Internationale Bauausstellung 2027 könnte in der Region Stuttgart weitere Impulse für noch mehr nachhaltiges und innovatives Bauen, Leben und Arbeiten setzen.

Hintergrund:

Die Veranstaltung ist Baustein einer sechsteiligen Exkursionsreihe für Bürger im Rems-Murr-Kreis, die der Landkreis im Rahmen seines kreiseigenen Klimaschutz-Handlungsprogramms 2016-2018 fördert. Nach dem Motto „Ist das machbar?“ zeigen die Veranstaltungen anhand konkreter Beispiele, wie Innovationen für den Klimaschutz in der Praxis gelingen können.

Gerne informiert der Solarverein über die Folgeveranstaltungen in 2017 und 2018. Bitte wenden Sie sich dafür an kontakt@solarverein-rems-murr.de

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