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Autor: Martina Keck
Artikel vom 09.09.2020

Der Rems-Murr-Kreis hat sich für einen Schulstart mit Corona gewappnet

Im Fall einer Infektion sollen Schulklassen oder Kitagruppen schnell und verlässlich getestet werden

Mit Blick auf das Ende der Sommerferien hat sich der Rems-Murr-Kreis frühzeitig für möglicherweise steigende Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Schulen und Kindertagesstätten im Herbst gewappnet. Dies vor dem Hintergrund, dass die Teststrategie des Landes Baden-Württemberg zwar theoretisch vieles regelt, in der Umsetzung aber immer wieder mit Unklarheiten und praktischen Problemen behaftet ist. Und auch die Regelungen für Reiserückkehrer kamen spät und haben für viel Verunsicherung gesorgt.

Der Landkreis und das Staatliche Schulamt haben daher vor allem gemeinsam einheitliche Regelungen und Maßnahmen für den Fall vereinbart, wenn positive Fälle in Schulen und Kindertagesstätten auftreten, damit schnell und einheitlich reagiert wird. Das Konzept kann grundsätzlich auch auf andere Gruppen übertragen werden, z.B. Sportvereine etc. Dies ist aber mit Blick auf die begrenzten Kapazitäten zunächst nicht angedacht.

Oberstes Ziel ist es, dass im Falle einer Infektion die betroffenen Klassen bzw. Gruppen schnell und verlässlich getestet werden. Nur so kann Unsicherheit vermieden und ein möglichst geordneter Betrieb gewährleistet werden, so die Überzeugung des Landratsamts. Dafür hat der Landkreis gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und der Kreisärzteschaft ein einheitliches Konzept mit konkreten Handlungshilfen erstellt und vor allem auch die Testkapazitäten gesichert. Konkret bedeutet das: Immer wenn ein Fall in einer Schule oder Kindertagesstätte auftritt, kann sich die gesamte Klasse bzw. Gruppe freiwillig testen lassen. Die Testung und Schließung einer gesamten Schule oder Einrichtung soll so ein Ausnahmefall bleiben. Die Besonderheit und das Ergebnis der Abstimmung: Die Testung der Klasse bzw. Gruppe wird zentral über das Gesundheitsamt des Landkreises in Abstimmung mit der Schule organisiert. Durchgeführt werden die Tests entweder in der Fieber-Ambulanz im Klinikum Schorndorf oder von niedergelassenen Ärzten. Geplant ist zudem, dass die Anmeldung zur Testung für die jeweilige Klasse bzw. Gruppe schnell und unkompliziert über ein Online-Tool erfolgt, um auch insoweit die Schulen und Einrichtungen zu entlasten. Das Online-Tool soll in Kürze zur Verfügung stehen. 

„Corona-Fälle in den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Rems-Murr-Kreis sind nach den Sommerferien nicht nur wahrscheinlich, sondern werden mit Sicherheit auftreten“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Schon vor den Sommerferien haben wir erlebt, welche Verunsicherung entsteht, wenn Schulen und Kitas betroffen sind. Deshalb haben wir uns als Landkreis frühzeitig gewappnet und haben ein einheitliches Konzept erstellt, das den Einrichtungen Handlungshilfen, Abläufe und Musterschreiben an die Hand gibt. Unser Ziel ist es, den betroffenen Eltern, Lehrern und Erzieher in dieser ohnehin belastenden Situation ein Stück weit Verlässlichkeit zu geben.“

Präventive Tests für Lehrer und Erzieher in den Schwerpunktpraxen

Die vom Land Baden-Württemberg angebotenen vorsorglichen Corona-Tests bei Lehrern und Erziehern können laut der Kassenärztlichen Vereinigung telefonisch über den Hausarzt vereinbart werden. Entweder führt dieser die Tests selbst durch oder er verweist auf eine der 30 Schwerpunktpraxen im Rems-Murr-Kreis beziehungsweise auf die Fieber-Ambulanz im Klinikum Schorndorf. Weiter Informationen dazu finden Sie hier.

Wie kommt man im Rems-Murr-Kreis allgemein zu einem Corona-Test?

Wenn Sie den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und entsprechende Symptome aufweisen, dann kontaktieren Sie telefonisch Ihren Hausarzt. Das gilt auch für Reiserückkehrer, die Symptome entwickeln. Wenn die Praxis geschlossen ist, können Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden (116 117). Bitte beachten Sie, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst dringenden medizinischen Fällen, also für Patienten mit starken Symptomen, vorbehalten ist. Der Abstrich erfolgt anschließend entweder beim Hausarzt, bei einer der Schwerpunktpraxen im Kreis oder in der Fieberambulanz an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf (Corona-Ambulanz).

Weitere Informationen und Handreichungen, auch für Reiserückkehrer, finden Sie hier.

(31.8.20/keck)