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Autor: Julia Gonser
Artikel vom 28.02.2017

Tierischer Kollege unterstützt Beratungsstelle in Backnang

Tierischer Kollege unterstützt Beratungsstelle in Backnang

Diplom-Psychologin Marleen Vogt mit ihrem Hund „Oskar“. Der Australian Shepard ist der Therapiehund in der Beratungsstelle für Familien und Jugendliche in Backnang.
Foto: Landratsamt

Marleen Vogt und Therapiehund "Oskar" sind für das Backnanger Kreisjugendamt im Einsatz

Die Leiterin der Backnanger Familien-Beratungsstelle und Therapiehund "Oskar" sind ein gut eingespieltes Team. Der freundliche und geduldige Hund hilft seit dem vergangenen Sommer in der Beratungsstelle ein bis zwei Tage pro Woche aus. Oskar sei der "soziale Katalysator", wie Vogt umschreibt: „Unsere Erfahrung zeigt, dass Menschen der Dialog in Anwesenheit des Hundes viel leichter fällt. Man kann sagen, dass Oskar aktiver Bestandteil des therapeutischen und beraterischen Prozesses ist“. Und wie genau sieht Oskars' Arbeitsalltag aus? In kurzen Sequenzen, die etwa zehn Minuten dauern können, wird der Hund für Familien, Paare oder Kinder eingesetzt. Bei Menschen, die unsicher sind, hilft die Arbeit mit dem freundlichen Vierbeiner in spielerischen Situationen. Marleen Vogt erzählt von einem Mädchen, das in der Schule gemobbt wird. In der Übung mit Oskar sollte sie lernen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen: Ein im Kreis gelegtes Seil markiert ihren individuellen Bereich; dem Hund soll sie allein mit Stimme und Körperhaltung klar machen, diese persönliche Grenze zu respektieren. Der nächste Schritt ist, diese Erfahrung und dieses Gefühl mit in den Schulalltag zu nehmen.

Aber nicht nur bei Schulkindern kann der Umgang mit Oskar sinnvoll sein, auch Paare, denen der Dialog schwer fällt, können von dem Vierbeiner profitieren. Ganz logisch erscheint da der Umgang mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen – zum Beispiel Flüchtlingskinder. Laut Vogt sei es wissenschaftlich erwiesen, dass sich der Kontakt zu Tieren positiv auf die Stimmung des Menschen auswirke. Der Vierbeiner hilft nicht nur, das Eis zu brechen und Spannungen zu lösen, auch Depressionen und Angstzustände werden nachweislich gemindert. Oskar und seine Kollegen schaffen Abwechslung, ermöglichen Körperkontakt, helfen gegen Einsamkeit und dabei, Gefühle auszudrücken. Ohne vorherige Absprache mit den hilfesuchenden Menschen komme aber Oskar nicht zum Einsatz, so die Psychologin: „Manche Menschen mögen einfach keine Hunde, leiden an einer Tierhaarallergie oder verarbeiten ein belastendes Erlebnis mit Tieren“, sagt Marleen Vogt. „Es kann eben auch Gründe gegen die Arbeit mit Oskar geben, diese respektieren wir natürlich“. Noch bis zum Sommer soll Oskar probehalber als Therapiehund Menschen in verschiedenen Situationen unterstützen, danach wird der Stand neu bewertet.

Nicht zuletzt zieht der Rems-Murr-Kreis als Arbeitgeber Vorteile aus der Anwesenheit von Oskar, denn der Hund tut dem Backnanger Team gut. Landrat Dr. Richard Sigel war von der Idee, einen Therapiehund einzusetzen, gleich begeistert. Das von Marleen Vogt vorgelegte Konzept zur tiergestützten Arbeit sei professionell und überzeugend. „Ich habe in meiner eigenen Familie gute Erfahrungen mit einem Diabetes-Therapiehund gemacht und bin immer wieder beeindruckt, was Begegnungen mit Tieren und Menschen Erstaunliches leisten können“ so der Landrat.  Auch für die Kolleginnen und Kollegen von Marleen Vogt bringt die Anwesenheit des Vierbeiners im Büro viele Vorteile. Studien zeigen, dass sich das Betriebsklima verbessert, Stress und Burnoutrisiko sinken können. Einwände gegen die Anwesenheit eines Hundes hatten die Stockwerkskollegen im Gesundheitszentrum in der Karl-Krische-Straße 4 in Backnang nicht – im Gegenteil: „Wir begegnen uns auf einer anderen Ebene, kommen schneller in Kontakt, Oskar ist einfach eine große Bereicherung“, sagt Sabine Gerner von der Jugendgerichtshilfe nebenan. Der Gesundheitszustand des tierischen Kollegen wird regelmäßig kontrolliert und auf die Hygiene wird besonders Wert gelegt.  

Hintergrund:

Anspruchsvolle Rasse braucht Auslauf und geistige Herausforderung

Acht Wochen war der Welpe alt, als ihn Marleen Vogt von einer Züchterin aus Künzelsau bekommen hat. Was die Stärken ihres jetzt 4-jährigen Australian Shepard sind, weiß die Diplom-Psychologin ganz genau: Oskar ist als Hütehund sehr aktiv, Spazierengehen und Fahrradfahren reichen da nicht aus. Um den Rüden körperlich auszulasten, schnürt Marleen Vogt am Wochenende die Wanderstiefel und verbringt mit ihrem Hund viel Zeit an der frischen Luft. Denn die für die Hütearbeit gezüchtete Rasse ist nicht nur neugierig, sondern auch intelligent und gelehrig. Für den mentalen und physischen Gegenpol sorgen seit dem Welpenalter regelmäßige Besuche in der Hundeschule - Oskar hat die Begleithundeprüfung mit Bravour bestanden.

Beratungsstelle im Gesundheitszentrum in Backnang  

Die Beratungsstelle steht Eltern, Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien offen, unabhängig von Alter, Lebensform, Weltanschauung und Nationalität. Zusammen mit den Fachkräften der Beratungsstelle werden Wege zur Entlastung und Neuorientierung gesucht – die Arbeit mit Hund Oskar kann dabei Teil der Beratung sein. Die Büros der Beratungsstelle befinden sich im Gesundheitszentrum in der Karl-Krische-Straße 4 in Backnang, Telefon: 07191-8954039.

(jgo/28.02.17)

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