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Autor: Sandra Thamm
Artikel vom 03.04.2020

Kinderschutz und Kindeswohl in der Corona-Krise im Blick behalten

Der Unterstützungsbedarf steigt

Wissenschaftler/innen, UNICEF, Fachleute, Politik - alle sind sich einig. Sie warnen und benennen das Offensichtliche:  Kinder, Jugendliche und Familien sind wegen der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie höheren Risiken ausgesetzt. Das Virus hat innerhalb weniger Tage das Leben von Millionen Kindern und Familien auf der ganzen Welt verändert. Auch bei uns im Rems-Murr-Kreis stehen die Familien vor viele neuen Herausforderungen, auf die sie in der Kürze der Zeit nicht vorbereitet werden konnten. Beengte Wohnraumsituationen, die Schließung von Kitas und Schulen, gesperrte Spielplätze, Home-Office oder belastende Tätigkeiten in systemrelevanten Berufen, Home-Schooling, geschlossene Freizeitreinrichtungen, Existenzängste, fehlende Alltagsstrukturen, Sorge um erkrankte Angehörige, etc. sind Themen, denen sich die Familien nun gegenübersehen. Diese hohen psychischen Belastungen führen unweigerlich zu Konflikten und Streitigkeiten in vielen Familien. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen eine massive Zunahme häuslicher Gewalt, erhöhten Alkoholkonsum, eine deutliche Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Eltern usw. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind in diesen Zeiten leider viel zu oft die Leidtragenden.

 

„Helden des Alltags“ sorgen dafür, dass Kinderschutz und Jugendhilfe weiter funktionieren

Mitarbeitende in den Bereichen Gesundheit, Energie, Wasser, Ernährung, Telekommunikation, Finanz- und Versicherungswesen, Polizei, Feuerwehr, Rundfunk, Presse, ÖPNV, Wohnungslosenhilfe, Psychiatrie, Drogenberatung, Justizeinrichtungen, Bestattungswesen und einige mehr zählen laut Verordnung der Landesregierung zur kritischen Infrastruktur (und können ihre Kinder daher in die Notbetreuung geben, wenn sie alleinerziehend sind oder beide in einem der Bereiche arbeiten). Leider wird der Bereich Kinder- und Jugendhilfe bislang aber nicht aufgezählt. Dabei ist es absolut bemerkenswert, welche Leistungen die Fachkräfte im Jugendamt und in den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe erbringen. Die nachfolgende ausschnitthafte Aufzählung macht deutlich, warum auch dieser Bereich system-relevant ist: Misshandelte Kinder werden in Obhut genommen. Familien werden unterstützt und beraten, damit es nicht so weit kommt. Kinder und Jugendliche, die nicht zu Hause leben können, werden in Pflegefamilien und Einrichtungen betreut. Wir unterstützen die Kommunen dabei, die Notbetreuung von Kindern zu organisieren. Menschen mit Anspruch auf Unterhaltsvorschuss und ähnlichen Geldleistungen sind darauf angewiesen, dass Sie pünktlich ihr Geld bekommen. 

Auch im Bereich der Kindertagespflege sind wir dabei, für alle denkbaren Fallkonstellationen gerechte und für die Tageseltern tragbare Lösungen zu erarbeiten „und lassen niemanden in der Luft hängen“. Um finanziellen Druck von den Tageseltern zu nehmen, haben wir die Zahlungen für März und April vorbehaltlich vorrangiger staatlicher Hilfen ausbezahlt.

 Aktuell erleben wir, dass die Mitarbeitenden in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe mit Flexibilität, Kollegialität, Solidarität, Phantasie und großem Engagement versuchen, Lösungen mit den Familien zu entwickeln, zum Teil unter extrem erschwerten Bedingungen. Es macht aber auch Mut und stimmt optimistisch zu erleben, wie sich Fachkräfte gegenseitig aushelfen und unkompliziert mit- und zusammenarbeiten. Viele arbeiten von zu Hause aus und kommen abends lange nach Dienstschluss ins Büro, weil sie niemanden gefährden wollen. Andere beraten telefonisch, hören verzweifelten Menschen zu und müssen ertragen, dass sie auf vieles selbst keine Antwort geben können. Ganz besonders erwähnen muss man auch alle, die in Einrichtungen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen leben, neue Kinder aufnehmen, mit den Herkunftsfamilien im Kontakt bleiben. Ebenso haben jene unsere Hochachtung und unser Lob verdient, die weiterhin in den persönlichen Kontakt gehen, wo dies notwendig ist, z.B. um das Kindeswohl sicher zu stellen, Kinder in Einrichtungen zu bringen oder in Pflegefamilien zu vermitteln.

 

Das Jugendamt und die freien Träger der Jugendhilfe sind auch in der Krise für Kinder, Jugendliche und Familien da

Hilfeerbringung muss auch in Zeiten einer Pandemie und strikter Kontaktminimierung möglich bleiben. In Krisensituationen ist es sogar noch wichtiger, dass Familien die passenden Hilfsangebote bekommen und in Anspruch nehmen.

Das Kreisjugendamt Rems-Murr-Kreis bietet trotz den schwierigen Bedingungen weiterhin den Kindern, Jugendlichen und Familien die notwendige Unterstützung und Beratung an. Gerade in diesen Situationen sind die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe besonders gefordert. Einerseits gilt es die Beziehung zu den jungen Menschen und Familien aufrecht zu erhalten bzw. aufzubauen, um gemeinsam mit ihnen gute bedarfsgerechte kreative Hilfeformen und Unterstützungsangebote zu entwickeln. Andererseits geht es darum sich selbst zu schützen, Ansteckungsketten zu verringern und soziale Kontakte massiv zu reduzieren.

Dabei kann das Jugendamt auf ein Netz engagierter Jugendhilfeträger, kommunaler und kirchlicher Träger, Pflegefamilien, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen zurückgreifen, die bereit sind, flexibel auf Bedarfe einzugehen. In diesen Zeiten sind von allen kreative und ungewöhnliche Lösungsansätze gefordert. Es ist bemerkenswert wie viele Fachkräfte hier gemeinsam an einem Strang ziehen und die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien engagiert unterstützen.

Überall dort, wo Angebote und Hilfen nicht mehr wie bisher durchgeführt werden können, wirft dies Fragen der Finanzierung auf. Das Kreisjugendamt steht den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Tagespflegeeltern und Pflegefamilien zur Seite und klärt, wie die Leistungserbringung flexibel angepasst werden kann. Gemeinsam werden Finanzierungsmodelle entwickelt, um auch zukünftig auf ein breites Netz an sozialen Dienstleistungen zurückgreifen zu können. Auch Empfänger von Unterhaltsvorschuss bekommen weiterhin pünktlich ihr Geld ausbezahlt, um den Familien keine weitere finanzielle Unsicherheit zuzumuten.

Zusätzlich zu den Leistungen des Jugendamtes bieten auch viele Kommunen Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien an. Einige freie Träger planen eigene Hotlines für Menschen, die sie bereits betreuen aber auch für alle anderen, die Fragen, Sorgen und Nöte haben. Je mehr Fachkräfte aus den Schulen, der Schulsozialarbeit, den Kindertageseinrichtungen aus der Kindertagespflege, der Jugendarbeit, aus Vereinen und Verbänden zu „ihren“ Familien Kontakt halten, mit Rat und Tat zur Seite stehen, sie virtuell und telefonisch begleiten, umso besser werden die Kinder, Jugendlichen und Familien die derzeit schwierige Situation und Krisenzeit meistern.

 

Wir im Jugendamt sind für Sie da!

 Alle Bereiche des Kreisjugendamtes sind weiterhin telefonisch zu erreichen. Unsere Rufnummern sind zu den üblichen Sprechzeiten des LRA besetzt (Mo bis Fr. 8.30 - 12.00 Uhr,
Mo bis Mi 13.30 - 16:00 Uhr, Do 13.30 - 18.00 Uhr)

Gerne können Sie auch eine Nachricht hinterlassen oder eine E-Mail schicken. Unsere Fachkräfte rufen sie dann schnellstmöglich zurück.

Außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende gibt es bei massiven Krisen und unaufschiebbaren Notfällen eine Notfallbereitschaft des Kreisjugendamtes. Diese ist über die Rettungsleitstelle von Polizei und Rettungsdiensten erreichbar.

Nachfolgend einige wichtige Telefonnummern:

  • bei Fragen zu Erziehung in der frühen Kindheit: Frühe Hilfen / Beratung und Begleitung von Anfang an: Waiblingen 07151/ 501 1292, Backnang 07191/ 895 4026,
    Schorndorf 07181/ 93889 5030 oder E-Mail: fruehehilfen(@)rems-murr-kreis.de

  • bei Erziehungsfragen und zu alten und neuen Herausforderungen im Familienalltag:
    Beratungsstellen für junge Menschen und ihre Familien: Waiblingen 07151/501 1500,
    Backnang 07191/895 4039, Schorndorf 07181/93889 5039

  • bei Fragen zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien bei der Alltagsbewältigung sowie bei Problem und Krisensituationen: Sozialer Dienst des Kreisjugendamtes,
    Waiblingen 07151/501 1292, Backnang 07191/ 895 4028, Schorndorf 07181/93889 5030

  • bei Fragen zum Thema sexualisierte Gewalt und Missbrauch: Anlaufstelle gegen
    sexualisierte Gewalt, Hilfen für Mädchen, Jungen und junge Erwachsene:
    Telefon-Nr. 07151/501 1496

  • bei Fragen an die wirtschaftliche Kinder- und Jugendhilfe Tel. 07151/501 1702

  • Fragen zu Unterhalt und Unterhaltvorschuss: Telefon-Nr. 07151/501 1587
    oder E-Mail: info-ubv(@)rems-murr-kreis.de

Kontakt für Medienvertreter

Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Pressestelle
Alter Postplatz 10
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Faxnummer: 07151 501-1712
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