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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 04.03.2020

Landkreis und Rems-Murr-Kliniken eröffnen Testzentrum Corona

Stellten heute das neue Testzentrum Corona vor (von links): Landrat Dr. Richard Sigel, Leitende Ärztin Dr. Angela Rothermel, Notaufnahme Schorndorf, Klinik-Geschäftsführer Dr. Marc Nickel und Dr. Torsten Ade, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme. Foto: Landratsamt
Stellten heute das neue Testzentrum Corona vor (von links): Landrat Dr. Richard Sigel, Leitende Ärztin Dr. Angela Rothermel, Notaufnahme Schorndorf, Klinik-Geschäftsführer Dr. Marc Nickel und Dr. Torsten Ade, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme. Foto: Landratsamt

Anlaufstelle für begründete Verdachtsfälle im Rems-Murr-Kreis / Zentrale Durchführung von Tests auf Anordnung von Ärzten oder des Gesundheitsamts

Der Rems-Murr-Kreis stellt auch in der aktuellen Situation rund um die Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) in Deutschland seine Verantwortung und die Handlungsfähigkeit seiner Kliniken unter Beweis: Am heutigen Mittwoch, 4. März 2020, nahm auf dem Gelände der Rems-Murr-Klinik in Schorndorf das Testzentrum Corona seine Arbeit auf. Es dient ausschließlich als Anlaufstelle für Patienten, bei denen nach den Definitionen des Robert-Koch-Instituts (RKI) der begründete Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Wichtig: Das Gesundheitsamt appelliert daher, dass Patienten bei einem Verdacht nicht unaufgefordert und eigenständig in Kliniken, Notfallpraxen oder Arztpraxen gehen. Auch das Testzentrum soll nur nach vorheriger Anmeldung angesteuert werden. Abstriche werden nur bei Personen vorgenommen, die telefonische Rücksprache mit dem Hausarzt und/oder dem Gesundheitsamt hatten und bei denen ein Test angeordnet wurde. Daraufhin erhalten diese Personen von den Rems-Murr-Kliniken einen Termin.

Landrat Dr. Richard Sigel unterstreicht die Initiative des Rems-Murr-Kreises: „Der Landkreis geht mit dem Testzentrum Corona in Vorleistung – für die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung. Wir bieten gemeinsam mit den Rems-Murr-Kliniken auch in schwierigen Zeiten die bestmögliche Gesundheitsversorgung für unseren Landkreis." Die Einrichtung erfolgte partnerschaftlich und in enger Abstimmung zwischen dem Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises, den Rems-Murr-Kliniken, den niedergelassenen Ärzten, der Integrierten Leitstelle und den Rettungsdiensten. Die Einrichtung des zentralen Testzentrums ist auch eine Reaktion auf die praktischen Probleme und Sorgen der Hausärzte im Landkreis, so Sigel weiter.

„Die Rems-Murr-Kliniken haben bei diesem Thema ihre Reaktionsschnelligkeit unter Beweis gestellt, um verschiedene Akteure der medizinischen Versorgung eng zu verzahnen, die Notaufnahmen zu entlasten und Abläufe zu vereinfachen", betonte Dr. Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken. „Die Voraussetzung konnten in kürzester Zeit geschaffen werden, weil wir im Rahmen der vom Kreistag verabschiedeten Medizinkonzeption in den letzten Jahren auch massiv in die Notfallversorgung und unsere Notaufnahmen investiert und dort hervorragende Teams aufgebaut haben."

Das Testzentrum Corona wird gemeinsam von geschulte Medizinern der Kliniken und von niedergelassenen Ärzten betreut. Durch die bauliche Abgrenzung vom regulären Klinikbetrieb, der Notaufnahme und der Notfallpraxis sowie dem separaten Zugang wird die Ansteckungsgefahr minimiert. Unter Berücksichtigung der Risikobewertung der Weltgesundheitsorganisation und des Robert Koch-Instituts passen Landkreis und Rems-Murr-Kliniken ihre Maßnahmen ständig an die aktuelle Situation an.

Dr. Sigel: „Wir benötigen jetzt dennoch die Unterstützung der Landesregierung. Dies gilt insbesondere auch für die Beschaffung von Schutzkleidung, die auf dem freien Markt zunehmend schwer wird." Der Landkreis hatte das Sozialministerium bereits dringlich aufgefordert, einen mobilen Dienst für Corona-Tests einzurichten und die Versorgung mit Schutzkleidung sicherzustellen.

Das richtige Verhalten, wenn Symptome einer Corona-Ansteckung auftreten:

Personen, die sich in Risikogebieten (Liste auf Website des Robert Koch-Instituts) aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem neuen Coronavirus erkrankten Person hatten, und bis 14 Tage nach der Rückkehr bzw. dem Kontakt grippeartige Krankheitssymptome entwickeln, sollten einen Arzt kontaktieren.

Kranke sollen zuerst bei ihrem Hausarzt anrufen, der seine Patienten anleitet. Außerhalb der regulären Sprechzeiten ist der kassenärztliche Notdienst der richtige Ansprechpartner unter der bundesweiten Rufnummer 116 117.

Wer Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatte, klärt telefonisch die Symptome und weitere Vorgehensweise ab. Wichtig ist, sich in häusliche Isolation zu begeben. Ein Test ist sinnvoll bei Personen, die Symptome aufweisen und Kontakt zu bestätigten Fällen hatten oder in betroffenen Regionen waren.

Wenn sich der Verdacht auf Corona bestätigt, werden alle Personen ermittelt, mit denen der Patient seit der Ansteckung Kontakt hatte. Diese werden angerufen und nach etwaigen Symptomen befragt. Eine häusliche Isolation wird in jedem Fall angeordnet. Zeigen sich aber anfangs keine Symptome bei dieser Person, macht ein Test noch keinen Sinn. So will man ein falsches negatives Ergebnis vermeiden, das die Getesteten in falsche Sicherheit wiegen würde.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Homepage.

(ries/4.3.20)

 

 

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