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Autor: Martina Keck
Artikel vom 13.02.2020

Appell an Minister Lucha: 130 Stellen für Pflege-Azubis stehen im Kreis auf dem Spiel

Die neue Pflegeausbildung führt zu Engpässen. Symbolfoto: Pixabay
Die neue Pflegeausbildung führt zu Engpässen.

Bei der neuen Pflegeausbildung gibt es Engpässe bei Praxisplätzen in der Kinderheilkunde / Landkreis übernimmt koordinierende Rolle

Für die generalistische Pflegeausbildung, die im Frühjahr beginnt, gibt es Engpässe bei Praxisplätzen in der Kinderheilkunde / Landkreis koordiniert die Themen rund um die neue Ausbildung   Die Vorbereitungen zur Umsetzung der Pflegeberufe-Reform laufen im Rems-Murr-Kreis auf Hochtouren. Besonders im Bereich der ambulanten Dienste ist der Kreis bereits gut aufgestellt. Anders stellt sich die Lage im Bereich der Pädiatrie dar. Trotz intensiver Bemühungen des Landkreises, der Rems-Murr-Kliniken, der Pflegeschulen sowie der Träger der praktischen Ausbildung gibt es im Kreis zu wenig Einsatzplätze für die Pädiatrie, also der Kinderheilkunde. Damit ist der Rems-Murr-Kreis nicht allein. In anderen Kreisen und Städten im Land ist die Lage ähnlich. Nach Aussagen des Sozialministeriums ist der Nachweis ausreichender Plätze für alle Bereiche der Praxiseinsätze unabdingbar. Andernfalls sollen Ausbildungsplätze gestrichen werden.

Selbstverständlich stimmt der Rems-Murr-Kreis zu, dass eine hohe Qualität in der Ausbildung gewährleistet sein muss. Allerdings wäre es ein schwierig zu vermittelndes Signal an die Pflegeeinrichtungen, in diesen Zeiten des akuten Mangels an Pflegepersonal ausbildungswillige Interessenten abzuweisen. Eine flexiblere Übergangszeit zum Aufbau der Einsatzplätze in der Pädiatrie wäre hier sehr hilfreich.

Stefanie Böhm, Sozialdezernentin des Rems-Murr-Kreises, berichtete bei einem Gespräch mit den betroffenen Einrichtungen, dass Landrat Dr. Richard Sigel in einem Schreiben an Herrn Minister Lucha um flexiblere Übergangsfristen gebeten hat. „Außerdem wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, die Liste der geeigneten Einrichtungen zu ergänzen, zum Beispiel um Kindertagesstätten mit Kindern unter drei Jahren“, so Böhm weiter. „Die Pflegeberufe-Reform ist ein guter und wichtiger Schritt, um die Attraktivität des Berufsfelds Pflege zu erhöhen und flexibler zu gestalten. Die Streichung von Ausbildungsplätzen wäre der falsche Weg.“

Claudia Bauer-Rabe, Klinikleitung des Rems-Murr-Klinikums Winnenden, bestätigt die Lage: „Leider haben wir in der Tat zu wenige Praxis-Einsatzplätze in der Pädiatrie für alle künftigen – dann hoffentlich jährlich 250 – Auszubildenden im Rems-Murr-Kreis. Und das trotz all der Bemühungen seitens der Rems-Murr-Kliniken und des ZfP, mehr Plätze in unserer Kinderklinik und in der Kinderpsychiatrie des ZfP bereitzustellen. Wir schaffen es mit Mühe, unsere eigenen Auszubildenden dort für die Pflichteinsätze unterzubringen“.   Thomas Nehr, Geschäftsführer Vorstand der Diakonie Ambulant aus Murrhardt, ergänzt: „Wenn es das politische Ziel sein soll, mit der Ausbildungsreform unter anderem 10 Prozent mehr junge Leute in eine pflegerische Ausbildung zu bringen, ist eine Koppelung möglicher Stellen an die Praxisplätze zum jetzigen Zeitpunkt der falsche Weg. Wir laufen hier in eine Sackgasse, die uns im schlimmsten Fall die Hälfte unserer Ausbildungsplätze kosten könnte – im Rems-Murr-Kreis rund 130“.  

Eckhart Jost, Geschäftsführer der Stiftung Altenheime Backnang und Wildberg, weist auf den Zeitfaktor hin: „Die Zeit drängt. Die Pflegeschule Backnang führt derzeit Bewerbergespräche für die Ausbildung ab Oktober 2020. Wir brauchen verbindliche Zusagen seitens des Ministeriums um diese hochmotivierten jungen Menschen nicht an andere Ausbildungsberufe zu verlieren. Das wäre fatal hinsichtlich des Fachkräftemangels.

Hintergrund: Die neue Ausbildung  

Im April und im September starten erstmals die Ausbildungsgänge zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachfrau. Das neue Berufsbild ersetzt die bisherigen Ausbildungsgänge zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Kinderkrankenpfleger und zum Altenpfleger, die künftig wegfallen. Die Auszubildenden absolvieren mehrwöchige Praxiseinsätze in fünf Fachbereichen und bekommen so einen attraktiven, pflegerischen Rundumblick.

Die neue schulische und praktische Ausbildung dient der Vermittlung von Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. Damit haben die Auszubildenden nach dem Abschluss auch im Berufsleben eine bessere Perspektive. So gilt der Berufsabschluss auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU. Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis koordiniert mit einer eigens eingerichteten Stelle die Themen rund um die generalistische Pflegeausbildung und unterstützt dabei die Aktivitäten des Netzwerks Pflege.

Das Netzwerk Pflege im Rems-Murr-Kreis  

Die Pflegeschulen im Rems-Murr-Kreis bereiten die neue generalistische Pflegeausbildung bereits seit Anfang 2018 gemeinsam vor. Dazu gehören das Winnender Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (bisher Krankenpflege- und Kinderkrankenpflege) sowie die Ludwig-Schlaich-Akademie der Diakonie Stetten, die Schule am Jakobsweg der Paulinenpflege Winnenden, die Pflegeschule der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft in Weinstadt, die Pflegeschule Staigacker in Backnang, die Pflegeschule Kloster Lorch, Camphill Ausbildungen Fellbach sowie die öffentliche Maria-Merian-Schule am Beruflichen Schulzentrum Waiblingen (alle bisher Altenpflege).   Auf Seiten der Praxis gibt es im Rems-Murr-Kreis 64 Altenpflegeheime für die stationäre Langzeitpflege, 43 ambulante Pflegedienste für die häusliche Pflege sowie die Rems-Murr-Kliniken für die stationäre Akutversorgung mit den Standorten Winnenden und Schorndorf sowie das ZfP Klinikum Schloss Winnenden im psychiatrischen Bereich. Die Einrichtungen stellen die Praxisplätze für die praktische Ausbildung in allen Teilbereichen.

(keck/13.02.2020)

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