Rems-Murr-Kreis (Druckversion)
Autor: Leonie Ries
Artikel vom 29.11.2017

Kreisforstamt organisiert rund 20 Drückjagden bis Ende Januar

Kreisforstamt organisiert rund 20 Drückjagden bis Ende Januar

Gezielte Jagden im Staatswald sind zur Reduzierung des Wildbestands notwendig.

Wie jedes Jahr um diese Zeit führt das Forstamt seit Mitte November im Kreisgebiet Drückjagden durch. Nachdem nun das Laub in den Wäldern weitgehend abgefallen ist, wird es bis Januar rund 20 großangelegte Aktionen geben.

Im Mittelpunkt der Drückjagden stehen die Wildschweine. Deren Population ist in den letzten Jahren stark angestiegen, weil die Witterung mild war und die Tiere keine natürlichen Feinde haben. Das ist vor allem für die Landwirtschaft ein Problem: Wildschweine richten erhebliche Schäden auf den Feldern an und verursachen dadurch deutliche Einbußen. Für die finanziellen Verluste müssen die Jäger aufkommen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildschweinen, insbesondere in der Dämmerung und in den Nachtstunden. Besonders betroffen sind Nebenstraßen in Waldgebieten, aber zunehmend auch die Bundesstraßen B14 und B29. Diese Unfälle können wegen des zum Teil hohen Gewichts der Tiere (ein ausgewachsener Keiler wiegt um die 130kg) bei höheren Geschwindigkeiten auch tödlich enden.

„Drückjagden sind zum Schutz der Verkehrsteilnehmer und der Landwirtschaft notwendig, wollen aber auch gut vorbereitet sein. Hier steht auch der Landkreis in der Verantwortung. Ich bedauere daher, dass jüngst in der Presse der Eindruck entstand, der Landkreis sei hier untätig. Unser Forstamt setzt sich für unsere Bürger ein und koordiniert rund 20 Drückjagden bis Ende Januar“, so Landrat Dr. Sigel.

Die Vorbereitungen für diese Jagden begannen bereits im Sommer: Das Forstamt hat qualifizierte Jäger, Hundeführer und Treiber für die Einsätze eingeplant, darüber hinaus Straßensperrungen koordiniert, Hochsitze vorbereitet und die Vermarktung des Wildbrets gewährleistet. Die Drückjagden im Staatswald sind mit den Kreisjägervereinigungen und den Pächtern der privaten Jagdgebiete abgestimmt. So können möglichst große Flächen gemeinsam bejagt werden. Dem Forstamt kommt hier bei der Koordination eine besondere Rolle zu. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden bereits acht Drückjagden statt, fünf weitere folgen noch vor Weihnachten. Im Januar wird es dann noch einmal rund fünf geben.

Die Drückjagd ist eine effektive, ökologisch und wildbiologisch sinnvolle Jagdmethode, weil bei einer Aktion relativ viele Tiere erlegt werden können. Die Jäger sind dabei im gesamten Waldgebiet auf Hochsitzen verteilt und erlegen die Tiere, die von Treibern und Hunden aufgeschreckt werden.

Gemeinsam mit den Straßenverkehrsbehörden und den Ordnungsämtern kümmert sich das Kreisforstamt auch um die erforderlichen Straßensperrungen. Diese sind zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zwingend notwendig.

(ries/29.11.17)

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