Rems-Murr-Kreis (Druckversion)
Autor: Martina Keck
Artikel vom 16.06.2020

Der Rems-Murr-Kreis weitet seine Kampagne gegen Verkehrslärm aus

Mit tierischen Schildern an bekannten Raserstrecken, wie hier entlang der L 1151 bei Schorndorf, sensibilisiert der Rems-Murr-Kreis Motorrad- und Autofahrer, rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Foto: Beytekin/Landratsamt
Mit tierischen Schildern an bekannten Raserstrecken, wie hier entlang der L 1151 bei Schorndorf, sensibilisiert der Rems-Murr-Kreis Motorrad- und Autofahrer, rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Foto: Beytekin/Landratsamt
Hier stehen die Schilder gegen Motorradlärm.
Hier stehen die Schilder gegen Motorradlärm.

Erster Erfolg der landesweiten Initiative gegen Motorradlärm / Tierischer Blickfang: Weitere Schilder in Schorndorf, Rudersberg und Berglen aufgestellt

Unnötigen Verkehrslärm eindämmen und die Sicherheit im Verkehr erhöhen: Das sind die Ziele mehrerer Aktionen des Landratsamts Rems-Murr-Kreis. Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern, vor allem von Bürgern, die in der Nähe von beliebten Motorrad-Strecken im Landkreis wohnen. Aus diesem Grund ist der Landkreis Teil der landesweiten Initiative gegen Motoradlärm – zusammen mit Berglen, Großerlach, Kernen im Remstal, Leutenbach, Rudersberg, Waiblingen, Weinstadt und vielen anderen Kreisen und Kommunen in Baden-Württemberg.

Die insgesamt 81 Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg haben gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Thomas Marwein von der Europäischen Union, der Bundesregierung, den Herstellern von Motorrädern sowie von den Motorradfahrenden mehr Anstrengungen gefordert, um Motorradlärm spürbar zu reduzieren. Der Antrag hatte Erfolg. Der Bundesrat setzt sich nun dafür ein, den Lärm von Motorrädern zu verringern. In der am 15. Mai 2020 gefassten Entschließung spricht er sich dafür aus, die zulässigen Geräuschemissionen aller neu zugelassenen Motorräder auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen. Die Bundesregierung soll sich bei der Kommission entsprechend dafür einsetzen.

„Der Rems-Murr-Kreis macht sich seit mehreren Jahren gegen unnötigen Verkehrslärm stark. Seit 2019 sensibilisiert der Landkreis mit tierischen Schildern Motorrad- und Autofahrer dafür, rücksichtsvoll unterwegs zu sein – denn nicht nur Motorräder verursachen Lärm. Unnötig lautstarken und zu schnellen Fahrern signalisieren wir: Geschwindigkeit drosseln und Fahrweise anpassen“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel.

Die Lärmschilder stehen an bekannten „Raserstrecken“. Diese Kampagne hat der Landkreis vor kurzem ausgeweitet: In Schorndorf, Rudersberg und Berglen sind nun ebenfalls Schilder mit dem „tierischen Blickfang“ aufgestellt und sollen die Motorradfahrer, aber auch Autofahrer sensibilisieren. Ein weiteres Schild in Althütte ist in Planung.

Neben den Schildern engagiert sich der Rems-Murr-Kreis mit weitere Aktionen für den Lärmschutz: Bei der Aktion „Gelbe Karte“ melden die Gemeinden, die Polizei und Mess-Teams des Landratsamts Lärm- und Abgasbelästigungen von Fahrzeugen, wie beispielsweise das Hochjagen des Motors im Leerlauf und beim Fahren in niedrigen Gängen. Das Landratsamt wendet sich dann an den Fahrer, um auf das Fehlverhalten aufmerksam zu machen und verwarnt ihn mit einer gelben Karte. Zudem führen Landratsamt und Polizei gemeinsame Kontrollen gegen Verkehrslärm und für mehr Verkehrssicherheit durch, damit auch Motorradfahrer für zu schnelles oder unnötig lautes Fahren belangt werden können. Beim Blitzen ist eine Ahndung wegen der fehlenden Kennzeichen vorne nicht möglich.   

(keck/16.6.20)

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