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Hochwasserschutz

Hochwasser sind Teil des natürlichen Wasserkreislaufes. Sie entstehen, wenn in kurzer Zeit mehr Niederschlag fällt, als vom Boden aufgenommen werden kann, und mehr Wasser abfließt, als Bäche und Flüsse fassen können. Dabei können beträchtliche Schäden an der Bausubstanz und in der Natur entstehen. Deshalb nimmt der vorbeugende Hochwasserschutz in den dichtbesiedelten Ballungsräumen eine wichtige Funktion ein.

Hinweise zum Objektschutz und der baulichen Vorsorge an Gebäuden in hochwassergefährdeten Gebieten können der Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entnommen werden.

Ein wichtiger umweltrelevanter Aspekt ist der sachgerechte Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in hochwassergefährdeten Gebieten. Weiterführende Informationen dazu finden Sie in der Hochwasser-Broschüre des Umweltministeriums und in unserem Merkblatt.

Rechtsgrundlage

In Überschwemmungsgebieten bedürfen Vorhaben (z.B. bauliche Anlagen, Abgrabungen oder Auffüllungen, Anpflanzungen usw.) grundsätzlich einer wasserrechtlichen Genehmigung.

Bauen im Überschwemmungsgebiet

In festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist die Errichtung oder Erweiterung von Gebäuden oder anderen baulichen Anlagen grundsätzlich untersagt. Eine Ausnahmegenehmigung ist nur möglich, wenn im Einzelfall das Vorhaben

  • die Hochwasserrückhaltung nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt und der Verlust von verloren gehenden Rückhalteraum zeitgleich ausgeglichen wird,
  • den Wasserstand und den Abfluss bei Hochwasser nicht nachteilig verändert,
  • den bestehenden Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt und
  • hochwasserangepasst ausgeführt wird.

Dazu ist ein formloser Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung zu stellen, der Folgendes beinhalten muss:

  • Beschreibung der Auswirkungen des Vorhabens unter Abhandlung aller o. g. Voraussetzungen,
  • Berechnung des Retentionsraumverlustes sowie Darstellung des eventuell erforderlichen Retentionsausgleiches in Lageplan und Schnitten.

Zuständig ist grundsätzlich die jeweilige Gemeinde, die das Vorliegen der Voraussetzungen überprüfen muss. Die Gemeinde prüft die erforderliche bauliche Hochwasservorsorge und den Ausgleich des Retentionsraumverlustes.

Je nach örtlicher Situation können im Einzelfall Auflagen notwendig sein, beispielsweise zu den eingesetzten Baustoffen oder zur Mindesthöhe des Erdgeschosses. Soweit nach der Landesbauordnung eine Baugenehmigung erforderlich ist (z.B. bei Gebäuden), entscheidet die zuständige Untere Baurechtsbehörde im Einvernehmen mit der Gemeinde auch über die Ausnahmegenehmigung. Die Behörden können dabei die Ausnahmegenehmigung von der Haftungsfreistellung bzw. eines Verzichts auf Schadenersatz- oder Entschädigungsansprüche bei etwaigen Hochwasserschäden abhängig machen. Die Gemeinde unterliegt dabei der Weisung der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes.

Die gesetzlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete (Hochwassergefahrenkarten des Landes) können über den interaktiven Dienst UDO (Umwelt-Daten und -Karten Online) der LUBW eingesehen werden.

Ansprechpartner

Weiterführende Informationen

Die Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) stellt Ihnen aktuelle Wasserstands-, Abfluss- und Niederschlagsdaten sowie Hoch- und Niedrigwasservorhersagen, Hochwasserfrühwarnungen und Lageberichte zur Hochwassersituation zur Verfügung.

Hochwassergefährdete Gebiete und Überschwemmungsgebiete sind natürliche Rückhalteräume, die bei einem 100-jährlichen Hochwasser überschwemmt werden. Sie sind in Hochwassergefahrenkarten dargestellt. Die derzeit veröffentlichten Karten umfassen das Einzugsgebiet der Murr. Zusätzlich bestehen die bisher durch Rechtsverordnung festgesetzten Überschwemmungsgebiete an Murr, Lauter, Wieslauf und Buchenbach. Vorhandene Überschwemmungsgebiete müssen in ihrer Funktion erhalten werden, um den natürlichen Rückhalt in der Fläche zu gewährleisten.

Ergänzend zu den Hochwassergefahrenkarten werden derzeit vom Land Baden-Württemberg Hochwasserrisikomanagement-Pläne erstellt, die gebietsweise das Schadenspotential bei Hochwasser darstellen. Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Umweltministeriums.

Kontakt

Technisches Landratsamt
Stuttgarter Straße 110
71332 Waiblingen
07151 501-2254
07151 501-2789
umweltschutz(@)rems-murr-kreis.de

Technisches Landratsamt finden mit Google Maps
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