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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 19.02.2020

Runder Tisch: Konstruktive Suche nach Lösungen im Sandland

Glasfaser-Symbolbild. Foto: Landratsamt
Glasfaser-Symbolbild. Foto: Landratsamt

Runder Tisch zum Thema IP-Umstellung im Sandland / Beteiligte beschließen Vier-Punkte-Fahrplan 

Bei einem Gespräch an einem runden Tisch in Kaisersbach, zu dem Bürgermeisterin Katja Müller eingeladen hatte, haben Vertreter der Bürgerschaft, des Landkreises, der Gemeinden Kaisersbach und Alfdorf und der Deutschen Telekom die Versorgungssituation der Bewohner des Sandlandes erörtert.  

Eine Reihe von Bürgern beschwert sich nach der Umstellung der Anschlüsse auf die IP-Technologie über eine Verschlechterung der Telefon- und Datenverbindungen. Die Anwesenden wollen nunmehr gemeinsam die Situation Fall für Fall klären und sich für Verbesserungen der Situation im Festnetz wie im Mobilfunk einsetzen. Dafür wurde ein Vier-Punkte-Fahrplan besprochen.

1.     Umgehende Langzeit-Prüfung der betroffenen Festnetzanschlüsse der Telekom

2.     Neuerliche individuelle Beratung der Geschäftskunden

3.     Unterstützung für die Telekom bei der Suche und dem Aufbau eines Mobilfunkstandorts

4.     Gemeinsame Anstrengungen für baldige Verbesserungen im Rahmen des Glasfaserausbaus der Gigabitregion Stuttgart

So werden Sprecher der Bürgerschaft der Telekom konkret Anschlüsse benennen, an denen etwa der Notruf nicht funktionieren soll. Die Telekom will ihrerseits umgehend jeden genannten Anschluss prüfen. Das kann sie natürlich nur bei eigenen Kunden machen. „Sollten wir Störungen der Leitungen feststellen, werden wir das umgehend beheben, jedem Haushalt stellen wir mindestens einen funktionierenden Festnetzanschluss zur Verfügung,“ erklärte Frank Bothe, Leiter der Telekom-Technikniederlassung Südwest. Wie beim einem Langzeit-EKG will er den Datenfluss über 24 Stunden prüfen lassen. „Die analogen Festnetzleitungen müssen einwandfrei funktionieren,“ sagte Landrat Dr. Richard Sigel. „Das ist als erster Schritt ein absolutes Muss. Gerade in Notsituationen muss auch im Sandland die telefonische Erreichbarkeit gesichert sein.“ 

IP-Umstellung muss sein

Die Telekom hatte eingeräumt, dass sie bedauerlicherweise bei wenigen Kunden nach der IP-Umstellung bis zu einem späteren Ausbau zunächst nur analoge Anschlüsse zur Verfügung stellen kann. Der Grund sind extrem lange Leitungswege mit sehr hoher Dämpfung. Dies hat dazu geführt, dass Betroffenen sich andere Anbieter gesucht haben. Bedauerlicherweise sind deren Lösungen auch nicht dauerhaft stabil. 

Die weltweite Umstellung der Netze auf IP stellten alle Anwesenden allerdings nicht grundsätzlich in Frage. 25 Millionen Anschlüsse hat die Telekom bereits in Deutschland umgestellt. Darunter hunderte Kunden aus dem Sandland. Nur auf der Basis der IP-Technologie kann der stündlich wachsende Bedarf an Bandbreite über zukunftsfähige Netze gestillt werden. Außerdem laufen für die alte Technik die Serviceverträge endgültig aus. Techniklieferanten stellen keine Ersatzteile mehr her. Der sichere Betrieb des alten ISDN-Netzes kann deshalb nicht mehr aufrecht erhalten werden. 

Individuelle Beratungen für Geschäftskunden

Die Telekom wird die Beratungen der Geschäftskunden im Sandland noch verstärken. Der Telekom-Konzernbevollmächtigte Jürgen Lück versicherte, die Telekom werde die Beratung betroffener Geschäftskunden verstärken. Kunden, die beklagen, dass man ihnen bisher nur einen analogen Anschluss angeboten habe, will die Telekom auf Nachfrage baldmöglichst einen zweiten Anschluss zur Verfügung stellen, sofern nicht aufwändige Tiefbauarbeiten nötig sind. 

Sollten alle anderen Alternativen nicht greifen, will die Telekom auch im Sandland mit einem Partner erstmals Satelliten-Lösungen auch für Geschäftskunden anbieten. Der Internetzugang wird per Satellit über den Kooperationspartner hergestellt, die dahinter liegenden Geschäftskundenanwendungen wie Cloud PBX kommen von der Telekom. 

Zukunftsweisende Ausbauplanung in der Region Stuttgart

Neben den Sofortmaßnahmen waren der nachhaltige Ausbau des Netzes Thema des runden Tisches. Die Deutsche Telekom bekräftigte ihren festen Willen zum Ausbau und zur Modernisierung ihrer Netze im Sandland. Ausbauarbeiten laufen beispielsweise bereits in Allmersbach im Tal sowie im Gewerbegebiet in Alfdorf. Auch für die laufende Ausschreibung in Kaisersbach hat die Telekom ein Angebot abgegeben.  

Landrat Sigel kündigte an, dass der Landkreis in der kommenden Woche ein Markterkundungsverfahren starten will. Dabei sollen die Bereiche mit ungenügender Bandbreite erfasst werden, die sogenannten weißen Flecken. Diese Aufstellung werde für den Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr eine entscheidende Grundlage für die weitere Ausbauplanung im Rems-Murr-Kreis sein. Landrat Sigel betonte im Sandland allerdings, dass man noch Geduld haben müsse: „Wir sind ehrlich. Das braucht seine Zeit. Aber das Sandland und der ländliche Raum haben auf unserer Ausbauliste eine hohe Priorität“. Sigel hob erneut die Bedeutung des gemeinsamen Gigabitprojektes der Region Stuttgart mit der Deutschen Telekom als verlässlichem Partner hervor.  

Neuer Mobilfunkstandort in der Prüfung

Die Telekom will auch beim Mobilfunk eigene Mittel investieren, um die Versorgungsituation zu verbessern. Das Unternehmen bedauert, dass der Schulverband der Grundschule Hellershof einen Standort auf dem Schulgelände abgelehnt hat. In dem anspruchsvollen topografischen Gelände sei es nicht einfach, funktechnisch geeignete Grundstücke zu finden. Inzwischen hat die Telekom aber einen vermietbereiten Grunstückseigentümer auf Alfdorfer Gebiet gefunden. Jürgen Lück wurde aber deutlich: „Die technischen Vorprüfungen haben ergeben, dass wir einen 40 Meter hohen Masten brauchen werden, um mehrere Teilorte mit LTE versorgen zu können.“ 

Die Versammelten waren sich aber einig, dass dies kein Ausschlusskriterium sein dürfe. Man wolle und brauche den Mobilfunk. Klaus Hinderer, stellvertretender Bürgermeister in Alfdorf, setzt auf Aufklärung: „Wir werden alsbald eine Informationsveranstaltung für die Bürger anbieten.“ Auch Landrat Sigel verdeutlichte die Bedeutung des Mobilfunks für die Zukunftsfähigkeit des Rems-Murr-Kreises: „Wir werden uns in Kürze deshalb auch in einer Klausur des Kreistags ausführlich mit dem Thema 5G beschäftigen.“ 

Die Stimmung am runden Tisch fasste Bürgermeisterin Katja Müller aus Kaisersbach treffend zusammen: „Unser Gespräch hat viel Klarheit gebracht. Wir haben Missverständnisse ausgeräumt. Fakt ist: Wir haben heute viel zu wenig Bandbreite hier. Aber wir sollten gemeinsam nach vorne schauen.“

(ries/19.2.20)

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