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Autor: Leonie Ries
Artikel vom 09.07.2019

Große Blühflächen entlang der B 29 bieten dauerhaften Lebensraum für Insekten

(v.l.n.r.) Landrat Dr. Richard Sigel, Straßenbauamtsleiter Matthias Straus und Verkehrsdezernent Stefan Hein freuen sich gemeinsam mit Remsi über die Blühflächen. Foto: Landratsamt
(v.l.n.r.) Landrat Dr. Richard Sigel, Straßenbauamtsleiter Matthias Straus und Verkehrsdezernent Stefan Hein freuen sich gemeinsam mit Remsi über die Blühflächen. Foto: Landratsamt

Der Landkreis hat ungenutzte Flächen entlang der B 29 ökologisch aufgewertet / Hingucker für die Gartenschau  

Der Rems-Murr-Kreis hat bereits 2018 an mehreren Anschlussstellen der B 29 große Blühflächen, Schmetterlingssäume und Wildbienenhabitate angelegt – insgesamt rund vier Hektar. Die Flächen sind an vier Anschlussstellen der Bundesstraße entstanden: Schorndorf-Ost, Schorndorf-West, Winterbach und Geradstetten. Davon, dass die Flächen einen dauerhaften Lebensraum für ihre Artgenossen bieten, hat sich auch Gartenschau-Maskottchen Remsi überzeugt. 

„Bereits 2017 haben wir in unserem Naturpark das Bienenjahr ausgerufen und sind aktiv geworden. Über dieses Projekt sind auch die Remstal Gartenschau und der Naturpark eng verbunden“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Wir haben vieles vernetzt und interkommunal zusammengearbeitet. Wichtig ist mir, nicht nur bunte Blumenwiesen anzulegen. Wir schaffen einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Damit nehmen wir im Landkreis unsere Verantwortung wahr und leisten unseren Beitrag zur Stärkung der Biodiversität.“ 

Die erste Blühphase mit über 50 verschiedenen Blumen-, Kräuter- und Gräserarten wie Kornblumen, Margeriten und Klatschmohn ist inzwischen fast vorüber. Voraussichtlich Ende Juli werden die Flächen nach und nach abgemäht – so, dass die noch blühenden Pflanzen genügend Zeit zum Aussamen haben. Dabei werden spezielle Mähgeräte eingesetzt und nur etwa schienbeinhoch abgeschnitten, um Insekten und Kleingetier, die in den Flächen beheimatet sind, nicht zu gefährden. Nach einer kurzen Trocknungsphase wird dann das Mähgut eingeholt und abgefahren, damit der extra ausgemagerte Boden nicht wieder Nährstoffe anreichert. Das würde sonst die Blumenpracht im Folgejahr reduzieren.  

Die Kosten für die Herstellung der Flächen trägt das Ministerium für Verkehr aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Die Kosten für die Pflege der Flächen trägt der Landkreis. Das Landratsamt plant 2019, weitere rund 2,5 Hektar Blühflächen anzulegen – ebenfalls an Anschlussstellen der Bundesstraßen. Für diese Flächen wurde erneut ein Förderantrag beim Verkehrsministerium gestellt. 

Hintergrund:

An den Anschlussstellen wurde der nährstoffreiche Oberboden abgetragen und der Boden mit Splitt vermengt, um ihn abzumagern. Nur so können sich artenreiche Bestände mit reichem Blühaspekt entwickeln. Anschließend werden speziell abgestimmte, heimische Saatgutmischungen eingesät. Im Bereich der Wildbienen- und Schmetterlingssäume werden zusätzlich noch steile Nisthügel geformt, in deren Spalten und Klüften sich Insekten ansiedeln können. Fachlich wird das Projekt von einem Diplom-Biologen sowie von den Naturschutz-Experten im Landratsamt begleitet.  

Zusätzlich zu den Anschlussstellen entstehen weitere artenreiche Blühflächen auf den Deponien der AWRM, im Bereich der Kreisschulen sowie der Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf.

(ries/9.7.19)

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