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Autor: Martina Keck
Artikel vom 01.08.2019

Es summt und brummt: Blühflächen ziehen zahlreiche Insekten an

Vorher (Juni 2019): Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Rems-Murr, Umweltdezernent Stefan Hein und Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys sähen Blühbrachen auf dem Schmidener Feld ein. Foto: Stadt Fellbach
Vorher (Juni 2019): Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Rems-Murr, Umweltdezernent Stefan Hein und Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys sähen Blühbrachen auf dem Schmidener Feld ein.
Nachher (August 2019): Inzwischen ist die Saat aufgegangen...
Nachher (August 2019): Inzwischen ist die Saat aufgegangen...
.... und zahlreiche Insekten tummeln sich auf den Blühflächen. Foto: Landratsamt
… und zahlreiche Insekten tummeln sich auf den Blühflächen.

Gemeinsamer Einsatz des Rems-Murr-Kreises und der Stadt Fellbach auf dem Schmidener Feld im Rahmen des Rebhuhnprojekts zeigt Wirkung

Der Schutz des stark bedrohten Rebhuhns auf dem Schmidener Feld wird seit einigen Jahren intensiv betrieben. Die Stadt Fellbach, der Rems-Murr-Kreis, der Landschaftserhaltungsverband, der NABU Baden-Württemberg und der Landesjagdverband ziehen gemeinsam mit den örtlichen Landwirten an einem Strang, wenn es darum geht, den Rebhühner wieder bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert das Projekt bis 2020.

Um dem Charaktervogel des Schmidener Feldes noch besser unter die Arme zu greifen, wurden Anfang Juni insgesamt sechs Kilometer bestehende Graswege aufgefräst und die artenarme Vegetation durch eine speziell auf Fellbach abgestimmte Blühmischung ersetzt – das erklärte Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Rems-Murr vor Ort. Die artenreiche Vegetation bildet die Nahrungsgrundlage für die jungen Hühner, die sich von Insekten ernähren als auch für die Altvögel, die Sämereien bevorzugen. Beim Ortstermin am Dienstag, 4. Juni, haben die Beteiligten einen Teil der Graswege von Hand mit der Fellbacher Blühmischung eingesät.

Inzwischen zeigt der Einsatz Wirkung: Zahlreiche Insekten tummeln sich auf den Blühflächen.

„In der Bevölkerung ist langsam auch das Gespür für die Wichtigkeit der Maßnahmen vorhanden“, freute sich Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Denn der Naturschutz – und auf dem Schmidener Feld vor allem der Rebhuhnschutz – ist längst nicht mehr nur ein Thema für Stadtverwaltung, Landratsamt und Landwirte.

Stefan Hein, Umweltdezernent im Landratsamt, sagte: „Der Landkreis setzt sich ganz bewusst für die Artenvielfalt ein. Blühflächen sind in diesem Bereich ein zentrales Thema: An der B29 haben wir bereits mehr als acht Hektar Blühflächen angelegt, aber auch die Landwirte und die Kommunen leisten hier wertvolle Arbeit. Die Blühflächen hier auf dem Schmidener Feld sind ein weiterer wichtiger Baustein dieses Engagements.“

„Das Rebhuhnprojekt kam hoffentlich gerade noch rechtzeitig, denn obwohl das Schmidener Feld eine der größten Rebhuhnpopulationen in Baden-Württemberg beheimatet hat, ist der Bestand inzwischen erschreckend niedrig“, sagt Michael Eick vom Nabu Fellbach. „Es ist gut, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Brutbestand wieder zu erhöhen. Ganz wichtig ist die Information der Besucher des Schmidener Feldes. Die Einsaat der Erdwege stellt zudem einen weiteren Baustein dar, um die Lebensbedingungen der Rebhühner zu verbessern.“

Hintergrund: Bunter Einsatz des Landkreises für Blühflächen

Der weltweite Rückgang von Insekten ist auch im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Alle bestäubenden Insekten brauchen ein ausreichendes Angebot an Blüten und Pollen, um genug Nahrung zu finden. Dafür sind naturnahe Blühflächen mit heimischen Pflanzen notwendig. „Der Rems-Murr-Kreis hat einen bunten Strauß an Blühflächen-Projekten auf den Weg gebracht“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Schon 2017 haben wir in unserem Naturpark das Bienenjahr ausgerufen und sind aktiv geworden. Über dieses Projekt sind auch die Remstal Gartenschau und der Naturpark eng verbunden. Wir haben vieles vernetzt und interkommunal zusammengearbeitet. Wichtig ist mir, nicht nur bunte Blumenwiesen anzulegen. Wir schaffen einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Damit nehmen wir im Landkreis unsere Verantwortung wahr und leisten unseren Beitrag zur Stärkung der Biodiversität.“

(keck/17.06.19, aktualisiert am 1.8.19)

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