Entdecken.
Genießen. Leben.
Entwurf für 5. Klimaschutz-Handlungsprogramm vorgestellt
Das neue Programm für die Jahre 2027 bis 2031 setzt auf wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen und greift wichtige Impulse aus der Bürgerbefragung auf
Wie kann der Rems-Murr-Kreis Klimaschutz und Klimaanpassung wirksam voranbringen und gleichzeitig in einer mehr als angespannten Finanzlage verantwortungsvoll haushalten? Diese Leitfrage stand im Zentrum der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Kreistags. Die Kreisverwaltung hat dort den Entwurf für das 5. Klimaschutz-Handlungsprogramm (2027–2031) vorgestellt.
Vor dem Hintergrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung lag das Hauptaugenmerk bei der Konzeption auf effiziente, wirtschaftlich tragfähige und messbar wirksame Maßnahmen. Ziel ist es, trotz Einsparung in Höhe von rund einer Million Euro und längerer Laufzeit, die größtmögliche Wirkung zu erzielen und die Akteure im Rems-Murr-Kreis gezielt zu unterstützen. Die strategischen Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit, nachhaltige Mobilität, Information und Sensibilisierung sowie Klimaanpassung. Die Schwerpunkte werden dabei durch 27 konkrete Maßnahmen bzw. Projekte umgesetzt. Ein Beispiel für eine konkrete Maßnahme ist z.B. der „Photovoltaik Check Plus an Gebäuden“. Bei diesem Vorhaben wird der Ausbau von Dach-PV-Anlagen im Rems-Murr-Kreis durch die Beratung von Privatpersonen, Vereinen, Kommunen und Unternehmen gefördert.
Landrat Dr. Richard Sigel erklärt: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur, wenn wir die Menschen vor Ort mitnehmen. Die hervorragende Resonanz auf unsere Bürgerbefragung zeigt, wie sehr diese Themen die Menschen im Rems-Murr-Kreis bewegen. Ihre konkreten Ideen und Wünsche sind ein wertvoller Kompass für unser 5. Klimaschutz-Handlungsprogramm. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist es entscheidend, in eine entsprechende Aufgabenkritik und Priorisierung einzusteigen. Dabei sind Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung eine strategische Schadensprävention und Notwendigkeit. Dabei ist es uns gelungen, das Gesamtbudget des auf fünf Jahre ausgerichteten Klimaschutz-Handlungsprogramms deutlich zu reduzieren. Es liegt nun bei rund 2,93 Millionen Euro. Das Vorgängerprogramm, das auf vier Jahre ausgerichtet war, lag mit 780.000 Euro mehr bei rund 3,71 Millionen Euro. Das zeigt, dass wir uns auf schlagkräftige, wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen konzentrieren. Mit dem neuen Programm investieren wir klug in die Zukunft unseres Landkreises, stärken die Vorsorge gegen Extremwetter und treiben den Klimaschutz dort voran, wo er den größten Nutzen für die Gemeinschaft entfaltet. Dass wir auch bisher schon auf einem guten Weg waren und sind, zeigt unter anderem der aktuelle Statusbericht Nachhaltige Mobilität der KEA-BW. Insbesondere beim Radverkehr oder bei der E-Mobilität ist unser Landkreis auf den vorderen Plätzen.“
Zentraler Baustein bei der Ausarbeitung des Programms war die Beteiligung der Bevölkerung:
Der Beteiligungsprozess auf dem Weg zum neuen Klimaschutz-Handlungsprogramm war mehrstufig aufgesetzt, von der Jugendbeteiligung beim Nachhaltigkeitstag an der Grafenbergschule sowie beim Kreisjugendforum Ende letzten Jahres, bis hin zur kreisweiten Bürgerumfrage. Diese fand im Frühjahr statt und es nahmen 1.483 Bürgerinnen und Bürger aus allen 31 Kommunen teil. Die Ergebnisse zeigen: Rund 90 Prozent der Befragten messen dem Klimaschutz eine hohe Priorität bei. Viele spüren die Folgen des Klimawandels – wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen – bereits im eigenen Alltag.
Die Befragten priorisieren vor allem den AusbauerneuerbarerEnergien, Energieeffizienz und eine nachhaltigeMobilität. Als besonders sinnvoll bewerten sie konkrete Unterstützung, etwa durch Sanierungsberatungen, digitale Infos zu Förderprogrammen und gezielte Informationskampagnen. Bei der Klimaanpassung stehen wirksamerHochwasser- und Starkregenschutz, die Renaturierung von Gewässern sowie effektiverHitzeschutz – wie mehr Stadtgrün, Entsiegelung und Trinkwasserbrunnen – im Vordergrund. Wie sehr das Thema die Menschen bewegt, unterstreichen auch die rund 640 eingegangenen Freitextantworten: Neben vereinzelten kritischen Stimmen brachten die Bürgerinnen und Bürger hier zahlreiche konstruktiveIdeen ein, die vom AusbauerneuerbarerEnergien bis hin zu konkreten Maßnahmen für mehr Schatten und Abkühlung im öffentlichenRaum reichen.
Die Umfrage verdeutlicht, dass der Landkreis mit seinen bisherigen Angeboten bereits auf dem richtigen Weg ist. Ein Großteil der Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger deckt sich mit den bestehenden Aktivitäten des Landkreises und der EnergieagenturRems-Murr. Ob Energieberatung, der Ausbau von ÖPNV und Radwegen oder Maßnahmen zum Hochwasser- und Hitzeschutz: Vieles ist bereits erfolgreich etabliert und wird fortlaufend weiterentwickelt. Alle darüberhinausgehenden neuen Impulse aus der Bevölkerung wurden als wertvolle Bausteine direkt in den Programmentwurf integriert.
Wie geht es weiter?
Der Entwurf des Klimaschutz-Handlungsprogramms wird nun mit den Anregungen und Ergänzungen aus dem Gremium fortgeschrieben und im nächsten Umwelt- und Verkehrsausschuss am 21. September 2026 zur Beschlussfassung vorgestellt.
Weitere Informationen zum Handlungsprogramm sowie zu Angeboten des Landratsamts und der Energieagentur Rems-Murr finden sich hier. Außerdem: Förderprogramm Dein Klimabudget zum Anpacken - Förderanträge für die Förderrunde 2026/2027 können noch bis zum 31.07.2026 beim Amt für Klimaschutz eingereicht werden. Die Entscheidung über die Bewilligung der Fördermittel erfolgt im Oktober 2026.
(kübler/6.7.26)