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Mehr Wein, weniger Brachflächen: So soll der Kleinheppacher Kopf eine Zukunft haben
Landratsamt startet Umfrage – Eigentümer und Bewirtschafter können mitentscheiden
Der Weinbau ist tief im Rems Murr Kreis verwurzelt und gehört zur DNA der Region. Über Generationen hinweg hat er die Landschaft geprägt und ihr ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Beim Blick in die Weinberge wird jedoch deutlich, dass sich dieses Bild verändert. Neben sorgfältig gepflegten Rebhängen sind zunehmend Flächen zu erkennen, die nicht mehr bewirtschaftet werden.
Besonders sichtbar ist dieser Wandel am Kleinheppacher Kopf. Rebstöcke werden gerodet, die Zäune abgebaut. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der Weinkonsum geht zurück, die Produktionskosten steigen immer weiter. Viele Wengerterinnen und Wengerter – ob im Haupt- oder Nebenerwerb – reagieren darauf und bewirtschaften weniger Fläche.
Damit der Weinbau am Kleinheppacher Kopf auch künftig eine Zukunft hat, braucht es neue Ideen. Wo lohnt sich Weinbau weiterhin? Und welche Flächen eignen sich besser für andere Nutzungen?
Genau darüber wurde in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert. Anfang Februar informierte Landwirtschaftsdezernent Gerd Holzwarth den Korber Gemeinderat. Am 5. März folgte eine Planungswerkstatt gemeinsam mit Bürgermeister Markus Motschenbacher. Rund 50 Eigentümer und Bewirtschaftende brachten ihre Perspektiven ein.
Als Ergebnis liegt nun eine Karte mit sogenannten Weinbaukernzonen vor. Sie macht sichtbar, in welchen Bereichen der Weinbau künftig besonders sinnvoll ist, vor allem auf gut erreichbaren und zusammenhängenden Flächen. Andere Lagen sind hingegen schwer zu bewirtschaften, etwa wegen steiler Hänge, zu kurzen Abschnitten oder Rutschungen.
Die Karte ist auf unserer Website abrufbar, Suchbegriff Weinbau. Die Weinbaukernzonen sind dort gelb markiert.
Jetzt geht es um den nächsten Schritt – und dafür sind die Menschen vor Ort gefragt.
„Wir möchten wissen, wie die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter ihre Flächen künftig nutzen wollen“, sagt Gerd Holzwarth. Dafür hat das Landratsamt einen Fragebogen entwickelt.
Eine mögliche Lösung: Flächen tauschen, um den Weinbau stärker in den Kernzonen zu bündeln. „Das lässt sich gut über Verfahren der Flurneuordnung umsetzen“, so Holzwarth.
Auch Korbs Bürgermeister Markus Motschenbacher ermuntert zur Teilnahme: „Je mehr mitmachen, desto besser können wir die Zukunft des Kleinheppacher Kopfs gemeinsam gestalten.“
Die Ergebnisse der Umfrage werden im Mai im Korber Amtsblatt und in der Presse veröffentlicht.
Hier geht es zur Umfrage.
(raßmus/30.03.26)