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Vorarbeiten zur Überprüfung von Erdwärmesonden in Rudersberg
2019 wurden Hebungen im Ortsteil Steinenberg festgestellt / Am 12. Januar starten Vorarbeiten für eine Überprüfung der Erdsonden im Frühjahr
Bei einer landesweiten Auswertung von Satellitendaten im Jahr 2019 wurden Geländehebungen im Bereich des Ortsteils Steinenberg in Rudersberg festgestellt. Seither wird die Entwicklung dieser Geländehebungen mittels weiterer Satellitendaten sowie mit regelmäßigen geodätischen Geländevermessungen verfolgt und erfasst. So beträgt die mittlere Hebungsgeschwindigkeit bis ca. 8 mm pro Jahr.
Wenn diese im Moment noch geringe Hebung andauert, kann es im Laufe der Zeit zu Schäden an Gebäuden und an der Infrastruktur führen. Daher ist es nun wichtig, die Ursache zu finden und zu beheben, um einen weiteren Wasserzutritt in die anhydritführende Gesteinsschichten zu unterbinden. So können die Hebungen frühzeitig gestoppt werden, bevor mögliche Schäden eintreten.
Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis befindet sich deshalb seit Feststellung dieser Geländehebungen in regelmäßigem Austausch mit Fachleuten des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Umweltministeriums sowie des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB). Anhaltspunkte, die auf eine natürliche Ursache für diese Hebungen schließen lassen, konnten hierbei nicht festgestellt werden.
In dem betroffenen Gebiet wurden in den Jahren 2005 bis 2007 mehrere Erdwärmesonden errichtet. Daher wird vermutet, dass über eventuell unzureichend abgedichtete Bohrungen Wasser in anhydritführende Gesteinsschichten gelangt, wodurch Umwandlungsreaktionen von Anhydrit nach Gips ausgelöst werden können. Diese Umwandlungsreaktionen sind mit einer Volumenzunahme verbunden und führen in der Regel zu einer Anhebung des Geländes. Schäden an Gebäuden und Infrastruktur können dabei die Folge sein.
Zur Klärung, ob die festgestellten Geländehebungen in Verbindung mit den vorhandenen Erdwärmesonden stehen, lässt das Landratsamt Rems-Murr-Kreis die Sonden auf mögliche Auffälligkeiten überprüfen. Zwischen dem 12. Januar und dem 13. Februar 2026 finden die Vorarbeiten für diese Untersuchungen statt. Hierbei werden die Köpfe der Erdwärmesonden freigelegt und Schächte gesetzt.
Die eigentliche Messungen an den Erdwärmesonden werden im Mai bzw. Juni 2026 erfolgen. Grund ist, dass die Untergrundtemperatur möglichst unbeeinflusst sein soll und hierfür die Erdwärmesonden zuvor für mindestens 14 Tage außer Betrieb genommen werden müssen. Daher werden diese Untersuchungen bewusst nach der Heizsaison stattfinden.
Hintergrund:
Nach der Entdeckung der Hebungen im Jahr 2019 war zunächst zu klären, ob es sich um eine Ungenauigkeit bei der Messung durch Satelliten handelte oder ob diese Hebungen gegebenenfalls einen natürlichen Ursprung haben. Deshalb war es wichtig, die Entwicklung der Hebungen weiter zu erfassen und auszuwerten. Die Untersuchung von Erdwärmesonden ist zudem mit einem nicht unerheblichen Eingriff in Privatgrundstücke verbunden. Ein solcher Eingriff darf nicht aufgrund einer Vermutung erfolgen, sondern bedarf einer fundierten Datengrundlage.
(keck/09.01.26)