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Endlich wieder Normalität: Das „Wiesel“ rollt ab Januar im Halbstundentakt
Wieselauftalbahn gilt als „Best Practice“ für Wiederaufbau nach schweren Naturereignissen
Gute Neuigkeiten für alle Pendlerinnen und Pendler der Wieslauftalbahn: Ab Mittwoch, 7. Januar, fährt die Wieslauftalbahn wieder im Halbstundentakt. Damit kehren im Wieslauftal endlich mehr Normalität und Verlässlichkeit auf der Schiene zurück und das Kapitel Schienenersatzverkehr kann abgeschlossen werden.
Um dies zu ermöglichen, werden zunächst vier Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Zwei der Fahrzeuge sind die neuen Gebrauchten im neuen Wieseldesign, die anderen beiden Fahrzeuge sind Mietfahrzeuge. Ende Januar werden diese beiden Mietfahrzeuge durch die bereits angeschafften, aber noch nicht ausgelieferten neuen Gebrauchten Fahrzeuge Nummer drei und vier ergänzt. Zwei weitere Fahrzeuge folgen noch bis Frühjahr 2026, sodass der Betrieb mit sechs eigenen Fahrzeugen künftig umgesetzt werden kann.
„Der Wiederaufbau unserer Wieslauftalbahn ist ein starkes Zeichen für die Leistungsfähigkeit unseres Landkreises. Ich freue mich, dass wir ab Januar endgültig zur Normalität zurückkehren und wir sind stolz, dass unser „Wiesel“ als „Best Practice“ gilt. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man seine Sache so gut gemacht hat, dass es sogar dem Land Baden-Württemberg als Vorbild für die Überarbeitung der Soforthilfen nach Naturkatastrophen gedient hat. Die Zweckverbandsversammlung, besetzt mit Mitgliedern aus dem Gemeinderäten Rudersberg und Schorndorf sowie Mitgliedern des Kreistags, stand jederzeit für rasches und entschlossenes Handeln. Mutige Investitionsentscheidungen, politische Rückendeckung und das umsichtige Vorgehen der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) und der Verwaltung haben es möglich gemacht, die vielen Etappen und Hürden zu meistern, die es im vergangenen Jahr zu überwinden galt. Das größte Weihnachtsgeschenk wollten wir aber den Pendlern, Schülern und Fahrgästen machen. Sie haben im letzten Jahr viel mitgemacht und es ist schön, dass der Schienersatzverkehr ein Ende hat und wir zur Normalität zurückkehren. 30 Jahre alt und bestens für die Zukunft gerüstet – das sind gute Aussichten in herausfordernden Zeiten.“, betont Landrat Dr. Richard Sigel, Vorsitzender des Zweckverbands.
Damit der Halbstundentakt gelingen kann fährt das Wiesel morgens und mittags in Doppeltraktion (d.h. zwei aneinander gekoppelte Fahrzeuge), den Rest des Tages in Einfachtraktion. Parallel werden vorübergehend noch zu den Hauptverkehrszeiten Busverstärker angeboten, um alle Fahrgäste entsprechend befördern zu können.
„Der Halbstundentakt ist zwar möglich aber auf Kante genäht. Bis der neue Fahrplan sich eingespielt hat, bitten wir alle Fahrgäste um Verständnis, dass es kurzfristig zu Ausfällen kommen könnte, da wir keine Reservefahrzeuge zur Verfügung haben. Sollte es also zu größeren Schäden an einem Fahrzeug kommen, müssen wir die Kapazität oder den Takt wieder anpassen“, erklärt Daniel Wiedmann, Amtsleiter für den ÖPNV und Geschäftsführer der Wieslauftalbahn.
Rückblick und Investitionen in die Zukunft
Die Starkregenereignisse im Juni 2024 hatten gravierende Folgen für die Wieslauftalbahn: Ein Drittel der 11,5 Kilometer langen Strecke wurde zerstört. Zudem wurden alle sechs Fahrzeuge sowie die Werkstatthalle in Rudersberg stark beschädigt. Vier Fahrzeuge des Typs NE 81 galten als Totalschaden und wurden anschließend zur Verwertung an die Schwäbische Alb-Bahn (SAB) verkauft. Zur langfristigen Sicherung des Betriebs wurde bereits Ende 2023 der Beschluss gefasst, vier moderne Regioshuttles für insgesamt 6,6 Millionen Euro zu erwerben, um die Wieslauftalbahn grundsätzlich für mindestens weitere zehn Jahre zukunftsfähig aufzustellen. Dieser Beschluss war vorausschauend und letztlich ein zentraler Baustein, damit der Wiederaufbau in dieser Form so schnell möglich war. Die neuen gebrauchten Fahrzeuge des Typs VT 451 und VT 452 überzeugen durch ihr Design, die Klimatisierung und vollständige Barrierefreiheit.
Bereits seit dem 14. April 2025 ist der Betrieb zwischen Schorndorf und Rudersberg Bahnhof wiederaufgenommen worden, seit dem 19. Mai verkehrt das „Wiesel“ erneut bis Rudersberg Nord. Die vollständige Inbetriebnahme bis Oberndorf erfolgte im September.
Langfristige Weiterentwicklung der Strecke
Mit Blick auf die derzeit hohen Förderquoten von bis zu 95 Prozent sollen die Voraussetzungen für eine Elektrifizierung geschaffen werden. Auch im Bereich der Finanzierung der Nebenbahnen gibt es Fortschritte: Das Land Baden-Württemberg hat eine entsprechende Unterstützung für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt.
„Wir sind dankbar, dass sich das Land klar zu seiner im Koalitionsvertrag verankerten Verantwortung für die Finanzierung der Nebenbahnen bekennt“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel, Vorsitzender des Zweckverbands. „Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer regionalen Mobilität.“
Im kommenden Jahr investiert der Zweckverband weiter in die Modernisierung der Wieslauftalbahn. Geplant sind unter anderem die Einführung eines neuen digitalen Funksystems sowie technische Verbesserungen an mehreren Bahnübergängen. Damit wird der eingeschlagene Modernisierungskurs konsequent fortgeführt.
(raßmus/12.12.25)