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Autor: Juliane Jastram
Artikel vom 22.09.2020

Das Schullandheim Mönchhof wurde unter Denkmalschutz gestellt

 Schullandheim Mönchhof unter Denkmalschutz, Foto: Regierungspräsidium Stuttgart
Das Schullandheim Mönchhof steht jetzt unter Denkmalschutz, Foto: Regierungspräsidium Stuttgart

Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart hat kürzlich das Schullandheim in Kaisersbach-Mönchhof unter Schutz gestellt. Die Gebäudegruppe wurde nach einem Wettbewerb im Jahr 1964, den das renommierte Stuttgarter Architekturbüro Kammer + Belz gewann, in den Jahren 1966 bis 1967 ausgeführt. Der bekannte Landschaftsarchitekt Hans Luz, ebenfalls aus Stuttgart kommend, zeichnete für die Gestaltung der Freiflächen verantwortlich.

Viele werden bei dem Gedanken an ein Schullandheim nicht unbedingt an den großen architektonischen Wurf denken. „Und doch haben wir es hier“, so erklärt Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des LAD, „mit einem architektonischen Novum zu tun“. Was das Schullandheim in Kaiserbach zum Zeitpunkt seiner Eröffnung so einzigartig macht, ist zum einen das äußere Erscheinungsbild: Die Gebäude erscheinen mit ihren tief herabgezogenen dunklen Dächern von weitem wie eine Hofanlage, die sich an den Hang schmiegt. „In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren diese traditionellen Bauformen verpönt, man wollte sich nicht an den negativ konnotierten Heimatstil erinnert fühlen“, erläutert Landeskonservator Dr. Martin Hahn (LAD). Doch Kammerer + Belz gelang hier im Welzheimer Wald der architektonische Spagat zwischen Tradition und Moderne. 

Doch es gehört mehr zu einem Denkmal als nur ein guter Entwurf. Dass es sich hier um qualitätvolle Bauten handelt, beweist auch der gute Zustand, in dem sich die Gebäude heute befinden. Das ist zum einen der soliden Ausführung bis ins Detail geschuldet, zu einem größeren Teil jedoch der Wertschätzung der Gebäude durch den Landkreis, dem das Schullandheim gehört. Veränderungen und Reparaturen an den Bauten wurden schonend und mit Blick auf den vorhandenen Bestand ausgeführt. Eine umfassende energetische Sanierung im Rahmen des Klimaschutz-Handlungsprogramms in den vergangenen Jahren konnte zudem den CO2-Ausstoß um 81 % und damit rund 80 Tonnen CO2 pro Jahr verringern. 

„Wir sind uns bewusst, dass wir ein architektonisches Kleinod unser Eigen nennen können. Der Denkmal-Status unterstreicht, dass der Landkreis damals in jeder Hinsicht qualitätvoll gebaut hat und immer sorgsam mit dem Gebäude umgegangen ist“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Der Betrieb eines kreiseigenen Schullandheims ist und bleibt aber eine Herausforderung gerade in Zeiten von Corona. Ich bin daher dankbar, dass sich der Kreistag schon im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung im Dezember 2016 klar zu seinem Schullandheim bekannt hat. Damit war und ist aber auch der Auftrag verbunden, das Schullandheim zukunftsfähig aufzustellen. Mit der Gründung einer Stiftung für Bildung und Gesundheit und einer Bewerbung beim Landesförderprogramm Freiräume wurden erste Weichen gestellt. Konkrete Zukunftsideen wird die Verwaltung dem Kreistag im Herbst präsentieren. Aus unserer Sicht bietet sich gerade ein Schullandheim dazu an, Kindern und Jugendlichen den Klimaschutz näher zu bringen“, so der Landrat weiter.

Das Architekturbüro Kammerer + Belz galt spätestens seit dem Ende der 1950er Jahre als eine der ersten Adressen, wenn es um außergewöhnliche und innovative Architektur ging und das nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland. Und ebenso facettenreich ist auch die Liste ihrer Bauten: ein Geschäftshaus in München, ein Kirche in Rottweil, eine Wohnsiedlung in Stuttgart, ein Ferienhaus in Südfrankreich und eben ein Schullandheim in Kaisersbach.

 

Text: Gemeinsame Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis vom 11. September 2020.

Foto: Regierungspräsidium Stuttgart. 

 

(jas, 22.09.2020)