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Archiv 2011

Kreis fördert den ehrenamtlichen Naturschutz

Landrat Fuchs übergibt in Anwesenheit von Bürgermeister Hetzinger Scheck und Balkenmäher an den Hochstamm e.V.
Landrat Fuchs übergibt in Anwesenheit von Bürgermeister Hetzinger Scheck und Balkenmäher an den Hochstamm e.V.

Landschaftspflege ist für den Erhalt der Streuobstwiesen unverzichtbar.
 
Der Urbacher Verein Hochstamm e.V. pflegt vier Hektar Streuobstwiesen im Landschafts- und Vogelschutzgebiet in Urbach. Bei den Flächen handelt es sich meist um Steillagen, die nicht mehr ökonomisch bewirtschaftet werden können und ohne die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer versteppen würden. Zudem ist für die Pflege der Steillagen Spezialtechnik wie etwas hangtaugliche Balkenmäher erforderlich. Um diese freiwillige Umweltinitiative in ihrer Arbeit zu unterstützen, gewährte der Rems-Murr-Kreis einen Zuschuss von 70 Prozent für die Anschaffung eines rund 10.000 Euro teuren Balkenmähers.
 
Landrat Johannes Fuchs übergab heute in Anwesenheit von Bürgermeister Jörg Hetzinger den Kreiszuschuss von knapp 7.000 Euro an die Vereinsvorstände Daniel Österle und Jörg Daiss. „Durch Ihre Pflege leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft und zum Erhalt der Streuobstwiesen, die für die Biotopvielfalt und das Landschaftsbild im Remstal charakteristisch sind“, betonte der Landrat. „Sie unterstützen damit nicht nur Urbach als „Modellgemeinde Streuobst“, sondern tragen wesentlich dazu bei, den Lebensraum von bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.“
 
Der Verlust von Streuobstwiesen hat im Landkreis einen Rückgang an Baumhöhlen und Quartiermöglichkeiten für Tiere oder Pflanzen verursacht, die in Kulturlandschaften leben.  Streuobstwiesen bieten wertvollen Lebensraum für gefährdete und besonders geschützte Vogelarten wie Neuntöter, Halsbandschnepper und verschieden Spechtarten. In den trockenwarmen Steillagen kommen auch weitere seltene Arten wie etwa die Schlingnatter vor. 
 
Bereits seit 2005 betreibt der Urbacher Verein Hochstamm e.V. ehrenamtlich Landschaftspflege von Januar bis November. Die Flächen liegen fast ausschließlich in Steillagen der Gewanne „Kirchsteig“ und „Koppenberg“ und werden jährlich mehr. Der Verein erfährt bei seiner auch körperlich anspruchsvollen Arbeit Unterstützung durch den kreiseigenen Pflegetrupp unter der Leitung von Ronald Blümle.

02.12.2011

Einsatzort des neuen Balkenmähers: Streuobstwiesen in Steilhanglage oberhalb von Urbach.
Einsatzort des neuen Balkenmähers: Streuobstwiesen in Steilhanglage oberhalb von Urbach.
Landrat Fuchs testet gemeinsam mit Ronald Blümle den neuen Balkenmäher.
Landrat Fuchs testet gemeinsam mit Ronald Blümle den neuen Balkenmäher.

Hintergrundinformationen
 
Förderung des ehrenamtlichen Naturschutzes durch den Rems-Murr-Kreis
 
Der Erhalt von Streuobstwiesen und wertvollen Biotopen im Rems-Murr-Kreis ist ohne vielfältiges ehrenamtliches Engagement undenkbar. Daher unterstützt der Landkreis seit vielen Jahren alle ehrenamtlichen Helfer, die dazu beitragen Natur und Heimat bewahren. Ohne eine geeignete technische Ausstattung lassen sich Landschaftspflegearbeiten nicht effektiv bewerkstelligen. Daher unterstützt der Landkreis die Naturschutzgruppen im Kreis finanziell bei Beschaffungsmaßnahmen.
 
Auch ehrenamtliches Engagement für Artenschutzmaßnahmen wie Amphibien-,  Fledermaus-,  Hornissen- oder Vogelschutz ist dem Rems-Murr-Kreis wichtig. Deshalb werden auch gezielt Maßnahmen zum Erhalt gefährdeter Arten unterstützt.
 
Jährlich werden hierfür Zuschüsse in Höhe von EUR 10.000,- an ehrenamtlich tätige Vereine, aber auch im Naturschutz besonders engagierte Bürger gewährt. Die letzten fünf Jahre verteilen sich diese Zuschüsse in Höhe von insgesamt EUR 52.468,-wie folgt:
 
Artenschutz: 
Amphibienschutz - EUR 10.122,-
Fledermausschutz – EUR 1.722,-   
Hornissenschutz – EUR 4.150,-
Vogelschutz – EUR 18.643,-
 
Pflege und Gerätschaften:
Baumpflege – EUR 3.421,-   
Gerätschaften - EUR 14.805,30       
 
Unterstützung für das technische Equipment haben in den letzten Jahren bereits viele Naturschutzgruppen erhalten, hierzu zählen u.a.:
 
Landesnaturschutzverband (LNV)
Naturschutzbund (NABU)
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Bund Naturschutz Alb Neckar (BNAN)
Schwäbischer Albverein (SAV)
Schulen
Privatpersonen
 
Auch in den kommenden Jahren will der Rems-Murr-Kreis das ehrenamtliche Schaffen der Bürger aktiv unterstützen, da öffentliche oder private Leistungsträger weder logistisch noch finanziell in der Lage sind, dieses jährliche Pflegeprogramm abzuarbeiten.
 
 
Landschaftliche Vielfalt im Rems-Murr-Kreis
 
Der Rems-Murr-Kreis hat in seiner landschaftlichen Vielfalt und Schönheit viel zu bieten. Er zeichnet sich durch eine Vielzahl an Biotopen, Naturdenkmalen und Streuobstwiesen aus.
 
Im Rems-Murr-Kreis bestehen:
 
5.237 HA NATURA 2000* Gebiete von europäischer Bedeutung
867 Naturdenkmale
4.000 besonders geschützte Biotope
29.400 HA Landschaftsschutzgebiete (ca. 34 % der Kreisfläche)
 
* Natura 2000 ist die offizielle Bezeichnung für ein kohärentes Netz von Schutzgebieten, das innerhalb der Europäischen Union nach den Maßgaben der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie) errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. In das Schutzgebietsnetz werden auch die gemäß der Richtlinie 79/409/EWG (kurz Vogelschutzrichtlinie) ausgewiesenen Gebiete integriert.
 
Besonders landschaftsprägend sind in weiten Gebieten die Streuobstwiesen. 9.650 HA, was zirka 11Prozent der Kreisfläche entspricht, ist mit Obstwiesen bestanden. Ihre Bedeutung ist in vielerlei Hinsicht unbestritten:
 
Landschaftsbild, insbesondere zur Obstbaumblüte (gerade hier im Remstal)
Ökologisch für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten
Besonders wertvolle Bereiche im Rems- und Wieslauftal wurden als Vogelschutzgebiet von europaweiter Bedeutung ausgewiesen
In den Obstwiesen dieses NATURA 2000 Gebietes wurden die höchsten Bestandsdichten seltener Vogelarten, insbesondere an Spechten, Gartenrotschwanz und Halsbandschnäpper in Baden-Württemberg nachgewiesen. Spitzenreiter und damit einzigartig im Land ist die Populationsdichte des Wendehalses.
Alleine im Raum Schorndorf wurden bereits 230 verschiedene Vogelarten nachgewiesen (Quelle NABU)
 
Streuobstwiesen sind besonders gefährdet, da sie heute meist nicht mehr ökonomisch ertragbringend bewirtschaftbar sind. Daher sind massive Rückgänge zu verzeichnen. In Baden-Württemberg sind die Bestände zwischen 1990 und 2007 von 180.000 HA auf 100.000 HA (in 17 Jahren um 45 Prozent) zurückgegangen.
 
Etwa 25 Prozent der Streuobstwiesen werden von Landwirten und Kleinbrennern bewirtschaftet. Etwa 20 Prozent sind in öffentlicher Hand – oft in enger Kooperation mit örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen. 55 Prozent sind in der privaten Hand der so genannten Gütlesbesitzer, welche in vielen Fällen Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine oder auch Naturschutzgruppen wie dem Hochstamm e.V. Urbach sind.

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